Fakten über Bioenergie

Biomasse ist eine erneuerbare Energieressource, bei der es sich sowohl um Energiepflanzen als auch land- und forstwirtschaftliche Rückstände und Abfallprodukte handeln kann.

Während Biomasse bereits seit Jahrtausenden als Brennstoff verwendet wird, wurden bei der Entwicklung von Nutzungsmöglichkeiten insbesondere in den letzten Jahrzehnten weitreichende Fortschritte erzielt. Heute stehen viele verschiedene Verfahren zur Verfügung, um Biomasse in Wärme und Strom umzuwandeln. Unter anderem sind hier Pellets zur Beheizung von Privathaushalten sowie Abfallprodukte zu nennen, die in gewerblichen Kraftwerken zur Stromerzeugung Verwendung finden.

Zwei Drittel der Primärenergieerzeugung aus erneuerbarer Energie

Biomasse und Abfall trugen 2014 zwei Drittel zur Primärenergiegewinnung aus erneuerbarer Energie bei. Folglich ist Bioenergie gegenwärtig die größte erneuerbare Energiequelle in der EU. Als Energiequelle wird Biomasse vorwiegend in Ländern mit großer Forstwirtschaft genutzt, in denen aus Reststoffen wie Zweigen, Holzhackschnitzeln und Sägemehl Strom und Wärme erzeugt werden können. Potenziell kann der Einsatz von Biomasse auch in Ländern mit wichtigen landwirtschaftlichen Industrien und Industriesektoren gesteigert werden, die Abfallprodukte erzeugen, welche als Biobrennstoffe genutzt werden können.

Bioenergie spielt im EU-Energiemix eine wichtige Rolle

Nachhaltige Biomasse, insbesondere forstwirtschaftliche Biomasse, wird entscheidend dazu beitragen, dass die EU ehrgeizige Ziele in Bezug auf Emissionsreduktion, Versorgungssicherheit und industrielle Wettbewerbsfähigkeit erreichen kann. Nach Auffassung von Vattenfall nimmt Biomasse bei einer ökologischeren Deckung des Wärmebedarfs der Gesellschaft eine wichtige Rolle ein. Außerdem kann die effiziente und flexible Verwendung von Biomasse in Heizkraftwerken (HKW) dazu beitragen, die schwankende Leistung von erneuerbaren Energieträgern wie Wind- und Solarenergie auszugleichen. Unabhängig von der Endverwendung der Biomasse muss stets sichergestellt werden, dass Holz-Biomasse aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt.

Energiedreieck

Bei der Energieversorgung muss ein Gleichgewicht auf den drei Schlüsselebenen Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit sowie Umwelt und Klima hergestellt werden. Es gibt keine Energiequelle, die den drei Ebenen allein gerecht werden kann. Das Energiedreieck veranschaulicht die Vor- und Nachteile von Biomasse.

 

Klima und Umwelt: Es wird zwar auch bei der Biomasseverbrennung Kohlendioxyd in die Atmosphäre freigesetzt, dieses wird jedoch beim Anbau von Biomasse durch den Prozess der Photosynthese gebunden. Bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung ist Biomasse somit langfristig CO2-neutral. Die CO2-Emissionen werden erheblich gesenkt, wenn anstelle fossiler Brennstoffe bei der Stromerzeugung Biomasse zum Einsatz kommt.

Versorgungssicherheit: Biomasse kann zur Gewährleistung einer stabilen und sicheren Strom- und Wärmeversorgung gespeichert werden. Die effiziente und flexible Verwendung von Biomasse in Heizkraftwerken (HKW) kann dazu beitragen, die schwankende Leistung von erneuerbaren Energieträgern wie Wind- und Solarenergie auszugleichen. Ein wichtiger Schritt, um nachhaltige Beschaffungsmengen zu gewährleisten, besteht deshalb darin, ein weltweites Handels- und Zertifizierungssystem einzurichten. Ressourcen für Biomasse stehen weltweit diversifiziert zur Verfügung und das politische Risiko ist gering.

Wettbewerbsfähigkeit: Die Herstellung von Biomasse zur Energieerzeugung ist derzeit kostenintensiver als der Einsatz von Energiequellen wie Kohle, Gas oder Kernkraft. Die weltweite Versorgungskette für Biomasse wird jedoch permanent ausgebaut, so dass technologische und logistische Verbesserungen langfristig zu Preissenkungen führen werden. Des Weiteren wird ein erhöhter CO2-Preis die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit von Biomasse verbessern.