Gas

Um das Gas effizient vom Erzeuger zum Verbraucher zu leiten, ist ein komplexes Netzwerk an Pipelines erforderlich.

Wichtig für den Erdgastransport sind zudem geeignete Speicherkapazitäten. Besteht kein sofortiger Bedarf, kann das Erdgas bis zur Nutzung zwischengelagert werden.

Erdgas galt zunächst als Nebenprodukt der Erdölförderung. Da es einen Beitrag zur Energieerzeugung leisten kann, wurden jedoch umfangreiche Leitungsnetze für die Verteilung in den Hauptmärkten aufgebaut. Zu diesen Märkten gehören insbesondere die USA, Westeuropa, Russland und andere Staaten der ehemaligen Sowjetunion sowie Asien.

Ein Netzeigentümer in jeder Region

Ziel der EU ist es, einen europäischen Gasmarkt und günstige Handelsbedingungen zwischen den Ländern zu schaffen. Wie bei Strom herrscht auf dem Gasmarkt freier Wettbewerb unter den Anbietern. Das Gasnetz selbst befindet sich jedoch aus praktischen Gründen in der Hand einzelner Gesellschaften, die in den jeweiligen geografischen Regionen ansässig sind. Dank dieser kosteneffizienteren Alternative muss nicht jedes Unternehmen eigene Pipelines anlegen. Zudem werden auf diese Weise die Bedingungen für Wartung und Entwicklung besser. Der Netzeigentümer in einer geografischen Region muss die Gasversorgung für den Endabnehmer sicherstellen. Er ist des Weiteren für die Sicherheit, die Zuverlässigkeit und die Effizienz des Erdgasnetzes verantwortlich.

Erdgas ist in Europa unter den Gassorten als Energieträger führend. Der Biogasmarkt bietet großes Potenzial. Hier muss jedoch auf eine Abstimmung der Biogasproduktion auf die Nachfrage hingewirkt werden.

Von der Gaslagerstätte zum Verbraucher

Das Gas wird von der Abbaustätte über Übertragungsleitungen zu den Verteilungsnetzen befördert. Die Pipelines haben einen Durchmesser von bis zu einem Meter (oder mehr). Sie können auf dem Meeresboden oder an Land verlegt werden, wobei sie im letzteren Fall meistens eingegraben werden.

Der Druck, der in den Überleitungsrohren herrscht, bewegt sich zwischen 40 und 100 Bar. Der Druckunterschied dient dazu, das Gas von Punkt A nach Punkt B zu befördern. Über ein Verteilungsnetz, das aus schmaleren Pipelines besteht, wird das Gas zu den Leitstellen geleitet. Vor dem Weitertransport zum Endverbraucher wird der Druck erneut verringert.

Der Druck beträgt zu diesem Zeitpunkt etwa vier Bar und entspricht damit ungefähr dem Druck, der in einem aufgeblasenen Fahrradreifen herrscht. Soll das Gas von kleineren Abnehmern wie Privathaushalte genutzt werden, wird der Gasdruck ein weiteres Mal gesenkt.