Erdgas

Erdgas ist eine vielseitig einsetzbare Energiequelle und spielt daher eine wichtige Rolle im europäischen Energiemix. Als eine der saubersten, sichersten und verlässlichsten Energiequellen bietet es sichere und nachhaltige Antworten auf die ökologischen und wirtschaftlichen Fragen in Europa.

In der Industrie kommt Erdgas umgewandelt in Wärme und Strom bei verschiedenen Verfahren zur Anwendung. In Privathaushalten wird es zum Heizen und Kochen genutzt.

Erdgas ist eine fossile Energiequelle, die durch die langsame Zersetzung biologischen Materials über Millionen von Jahren entsteht. Erdgaslagerstätten finden sich häufig in der Nähe von Ölvorkommen. Das Gas ist geruchsfrei, farblos und besteht zu annähernd 90 Prozent aus Methan.

Gas ist ein wichtiger Energieträger in der EU

Nach jüngsten Schätzungen des Branchenverbands Eurogas stieg der Gasverbrauch im Jahr 2015 um rund vier Prozent gegenüber 2014 an. Dieser erste Anstieg seit vier Jahren spiegelte sich in einem Importzuwachs bei Flüssigerdgas (LNG) wider, der die weitere Diversifikation der Gasversorgung unterstreicht.

Ersten Schätzungen für 2015 zufolge, die inzwischen von Eurogas veröffentlicht wurden, betrug der Gasverbrauch in den EU-28-Ländern 4.603,6 Terawattstunden, bezogen auf den oberen Heizwert. Dies entspricht 426,3 Milliarden Kubikmetern bzw. 356,3 Millionen Tonnen Öläquivalent, bezogen auf den spezifischen Heizwert. Die EU ist ein Nettoimporteur von Erdgas, das überwiegend aus Russland, Algerien und Katar stammt. Die größten Erdgasproduzenten in der EU (mit Ausnahme von Russland) sind:

  • Norwegen
  • die Niederlande
  • Großbritannien

Große länderspezifische Unterschiede

Zwischen den EU-Staaten bestehen hinsichtlich des Gasverbrauchs große Unterschiede. Die Hauptmärkte sind Deutschland, Großbritannien und Italien (zusammen 50 Prozent des Gasverbrauchs in der EU), gefolgt von den Niederlanden, Spanien und Frankreich.

Die Niederlande verfügen über das größte Gasfeld Europas bei Slochteren in der Provinz Groningen. Seit den 1960er Jahren sind fast alle niederländischen Haushalte (98 Prozent) an ein komplexes, mehr als 200.000 Kilometer langes Gasnetz angeschlossen.

Energiedreieck

Bei der Energieversorgung muss ein Gleichgewicht auf den drei Schlüsselebenen Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit sowie Umwelt und Klima hergestellt werden. Es gibt keine Energiequelle, die den drei Ebenen allein gerecht werden kann. Dieses Energiedreieck veranschaulicht die Vor- und Nachteile von Erdgas.

Klima und Umwelt: Bei der Verbrennung von Erdgas wird CO2 freigesetzt, der Kohlendioxidausstoß ist jedoch geringer als bei der Verbrennung anderer fossiler Brennstoffe. Erdgas kann somit als Übergangsbrennstoff hin zu einer nachhaltigeren Energieversorgung dienen. Erdgas wird vermehrt als Ausgleichsenergie genutzt, da erneuerbare Energieträger wie Solar- und Windenergie an Bedeutung gewinnen, deren Erzeugungsvolumen jedoch Schwankungen unterliegt.

Versorgungssicherheit: Erdgas bietet ein hohes Maß an Flexibilität bei der Stromerzeugung und ist folglich als Ausgleichsenergie geeignet. Da einige erdgasexportierende Regionen mit politischer Instabilität konfrontiert sind, kann es zu Versorgungsengpässen kommen. Durch die Entwicklung von unkonventionellem Schiefergas lassen sich diese Unsicherheitsfaktoren jedoch begrenzen. Durch technologische Fortschritte und dank effizienter und preisgünstigerer Verfahren können größere Mengen an Erdgas produziert werden, was sich positiv auf die Versorgungssicherheit auswirkt.

Wettbewerbsfähigkeit: Erdgas ist teurer als fossile Brennstoffe und unterliegt starken Preisschwankungen, die teilweise mit seiner Anbindung an den Ölpreis zusammenhängen. Im Zuge der Verteuerung der CO2-Preise wird sich Erdgas jedoch besser im Wettbewerb behaupten können.