Erdgas - so funktioniert's

Die Stromerzeugung ist eine der wichtigsten Anwendungen für Erdgas. Gasturbinen und Dampfkraftanlagen sind dabei die am häufigsten genutzten Verfahren.

In einer Gasturbine wird das Gas unter Druck entzündet. Auf diese Weise werden brennbare Gase mit hohem Druck und hoher Temperatur produziert. Die mit brennbaren Gasen betriebene Turbine versorgt ihrerseits einen Generator mit Energie. In einem zweiten Schritt werden die Gase häufig in einen Abhitzkessel geleitet, in dem die verbleibende Hitze und der Druck zur weiteren Erzeugung von Strom und Wärme genutzt werden können. Diese können dann z. B. in das Fernwärmenetz eingespeist werden.

In einem Dampfkraftwerk wird Strom durch die Erhitzung von Wasser erzeugt. Mit dem entstehenden Dampf wird über eine Turbine ein Generator angetrieben.

Nutzung von Gas zur Erzeugung von Fernwärme

Erdgas wird des Weiteren insbesondere in der Produktion von Fernwärme verwendet. Das Erdgas wird als Treibstoff eingesetzt, um das Wasser im Fernwärmesystem zu erwärmen. Soweit möglich wird bei diesem Verfahren auch Strom erzeugt.

Blockheizkraftwerke (BHKW) finden Anwendung in gewerblichen und industriellen Anlagen sowie im privaten Bereich. Im Vergleich zu einer einfachen Gasturbine kann durch BHKW ein größerer Teil der Energie genutzt werden, die in Erdgas enthalten ist. Somit kann die Energieeffizienz gesteigert und der Energieverbrauch gesenkt werden.

Fortschrittliche Techniken reduzieren Emissionen

Bei der Verbrennung von Erdgas zur Strom- und Wärmeerzeugung entsteht Rauchgas. Dieses Abgas kann leicht gereinigt werden, bevor es in der Atmosphäre freigesetzt wird. Hierbei kommen fortschrittliche Techniken wie Partikelfilter und Rauchgasreinigung zum Einsatz, um NOx (Stickoxide) und SO2 (Schwefeldioxid) zu senken.

Erdgasgewinnung

Die Erdgasgewinnung erfolgt an Land und vor der Küste, entweder in Verbindung mit der Erdölförderung oder in separaten Erdgaslagerstätten.

In jüngeren Lagerstätten steigt das Gas generell durch natürlichen Druck aus dem Bohrloch an die Oberfläche. Bei älteren Lagerstätten, in denen der Druck nachgelassen hat, wird häufig CO2 oder Wasser in das Bohrloch gepumpt, um den Aufwärtsdruck für das Gas zu erhöhen.

Erdgas muss vor der Nutzung aufbereitet werden

Das geförderte Erdgas weist große Unterschiede in Zusammensetzung und Qualität auf und muss daher vor der Verwendung aufbereitet werden. Die unterschiedlichen genutzten Verfahren richten sich nach der Zusammensetzung des gewonnenen Gases. Dabei werden vor allem Wasserdampf, Gase wie LPG (Liquefied Petroleum Gas) und Propan und andere unerwünschte Substanzen wie Merkur und Schwefelwasserstoff herausgefiltert.

Vor der gewerblichen Nutzung von Erdgas wurde das in Verbindung mit der Erdölförderung gewonnene Gas verbrannt oder „abgefackelt“. Heute besteht das Ziel darin, das gesamte geförderte Erdgas zur Nutzung aufzubereiten und die CO2-Emissionen so weit wie möglich zu reduzieren.