Erdöl

Erdöl wird häufig lediglich als Ausweichbrennstoff genutzt, wenn der Energiebedarf nicht durch andere Erzeugungsanlagen gedeckt werden kann, beispielsweise an kalten Wintertagen.

Wie Kohle wird Erdöl aus Pflanzen und anderen Organismen gewonnen, die unter der Erdkruste eingelagert sind. Diese organischen Substanzen haben unter erheblichen Druckverhältnissen und hohen Temperaturen über Millionen von Jahren Umwandlungsprozesse durchlaufen. Erdöl wird in Poren von porösem Gestein oder als Ölsand gewonnen.

Die weltweit größten Erdölerzeuger waren 2011 Saudi Arabien, Russland, die Vereinigten Staaten, der Iran, China und Kanada. Ein Großteil des gewonnenen Öls wird zu Benzin, Dieselbrennstoff und Flugtreibstoff raffiniert, ein kleinerer Teil dient als Heizöl.

Erdöl kommt auch bei der Stromerzeugung zum Einsatz. Somit hatte Erdöl 2008 einen Anteil von 5 Prozent an der weltweiten Stromproduktion. Im gleichen Jahr lieferte Erdöl 3 Prozent der in der EU produzierten Elektrizität.

Negative Auswirkung auf Klima und Umwelt

In Erdöl sind eine Anzahl von Elementen enthalten, die die Umwelt belasten können. Im Verbrennungsprozess entsteht beispielsweise Kohlendioxid, das zum Klimawandel beiträgt. Außerdem werden Schwefeldioxid, Staub und Stickoxide freigesetzt. Zur Ölgewinnung sind zudem große Mengen an Süßwasser erforderlich. Beim Abbau und Transport besteht die Gefahr, dass Öl ausläuft.

Erdöl als Energiequelle in Zeiten der Überlastung

Erdöl kann in verschiedenen Arten von Kraftwerken für die Produktion von Strom bzw. Wärme verwendet werden. Häufig wird Erdöl nur als Ausweichbrennstoff genutzt, wenn andere Anlagen Engpässe haben oder nicht ausreichend Energie liefern können, beispielsweise an kalten Wintertagen.

Erdöl verliert an Bedeutung

Im europäischen Energiesystem nimmt die Bedeutung von Erdöl zur Strom- und Wärmeerzeugung fortlaufend ab. In Schweden wird beispielsweise die Möglichkeit in Erwägung gezogen, Erdöl in Zeiten der Überlastung durch Bioöl zu ersetzen. Eine andere Option ist der Einsatz von Holzpellets. Beide Lösungen sind jedoch auch mit Nachteilen verbunden. Bioöl ist z. B. nicht für lange Speicherung geeignet, und die Verwendung von Holzpellets macht erhebliche Investitionen erforderlich.