Die Endlagerung von radioaktivem Abfall

Abgebrannte Brennstäbe müssen über einen sehr langen Zeitraum isoliert gelagert werden.

Radioaktiver Abfall wird in drei Kategorien unterteilt: schwach, mittel und hoch radioaktiver Abfall. Schwach radioaktiver Abfall stellt keine Gefahr dar und kann nach der Trennung und Reinigung als gewöhnlicher Müll entsorgt werden. Er setzt sich vorwiegend zusammen aus benutzter Schutzkleidung, Filtern und anderen Abfällen dieser Art. Mittel radioaktiver Abfall muss rund 500 Jahre strahlengeschützt isoliert werden. Nach dieser Zeit wird er als nicht mehr gefährdend erachtet.

Hoch radioaktiver Abfall besteht aus abgebrannten Kernbrennstoffen. Diese Abfallart verursacht 99 Prozent der Strahlung, ihr Anteil am gesamten Abfallvolumen der Kernenergie beträgt jedoch nur rund fünf Prozent. Es sind mehrere Meter Wasser oder Dezimeter Stahl erforderlich, um die Strahlung von Brennstoffen geschützt zu halten. Die Radionukliden haben unterschiedliche Halbwertzeiten (der erforderliche Zeitraum, in dem die Radioaktivität von radioaktivem Material zur Hälfte abgebaut wird). Diese können von weniger als einer Sekunde bis zu Millionen von Jahren reichen. Der Abfall muss also sehr lange Zeit isoliert gelagert werden. Einigen Schätzungen nach beläuft sich dieser Zeitraum auf mindestens 100.000 Jahre.

Verschiedene länderspezifische Lösungen

Die Verantwortung für die Entsorgung von radioaktivem Abfall liegt bei den Ländern selbst. Es werden unterschiedliche Lösungen angewandt und auch bei der Planung bestehen entwicklungsbedingte Unterschiede zwischen den Staaten.

Gemäß der schwedischen Lösung muss der abgebrannte Brennstoff zunächst mindestens 30 Jahre in einem tiefen Wasserbecken gelagert werden, bis rund 90 Prozent der Strahlung abgebaut sind.

Eingehüllt in Schutzmaterialien wie Kupfer und Eisen wird der abgebrannte Brennstoff dann in ein geologisches Endlager eingebracht. Die Brennstoffkapseln werden mit Betonit (Ton) umgeben in Gewölben oder Tunneln endgelagert, die eine Bohrtiefe von 400 bis 1.000 Metern aufweisen.

Zahlreiche Länder setzen ähnliche Entsorgungsstrategien wie Schweden um. In mehreren Gebieten befindet sich diese Art der Endlagerung in der Planung, ist jedoch noch nicht operativ. Es gibt allerdings auch Länder, bei denen die Endlagerung ihres radioaktiven Abfalls weiterhin unklar ist.