Die Zukunft der Kohlekraft

Vattenfall befindet sich im Übergang zu einem kundenorientierten Unternehmen, das großtechnische Produktion mit dezentralen Lösungen und erneuerbaren Energieformen kombiniert. Wir haben uns dem Ziel verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu sein. Dementsprechend werden Kohlekraftwerke zu gegebener Zeit keinen Platz mehr in Vattenfalls Portfolio haben und daher als nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte klassifiziert.

Der Ende September 2016 abgeschlossene Verkauf des deutschen Braunkohlegeschäfts an den tschechischen Energiekonzern EPH und seinen Finanzpartner PPF Investments stellte einen wichtigen Meilenstein für Vattenfalls Transformation dar. Durch diesen bedeutenden Schritt im Rahmen der Anpassung von Vattenfalls Portfolio an die neue Marktumgebung sowie an ein langfristig nachhaltiges Energiesystem ist das Unternehmen im Hinblick auf den Abschluss der Transformation zu einem kohlenstoffneutralen Energieversorger gut positioniert.

Kurzfristig sind jedoch die Steinkohle-Anlagen aus einer Systemperspektive weiterhin wichtig, um Versorgungssicherheit auf den Strom- und Fernwärmemärkten zu gewährleisten. Aus geschäftlicher Sicht sind daher angemessene regulatorische Rahmenbedingungen erforderlich, um Unternehmen die Finanzierung und Vollendung der Transformation hin zur Klimaneutralität zu ermöglichen.

Vattenfall ist derzeit Eigentümer und Betreiber von sieben Kohlekraftwerken, darunter sechs Heizkraftwerke in Berlin und der Region Hamburg sowie ein reines Kondensationskraftwerk in den Niederlanden:

  • Moorburg und Tiefstack in Hamburg
  • Wedel in Schleswig-Holstein
  • Reuter und Reuter West in Berlin
  • Biomasse-Mitverbrennungsanlage Moabit in Berlin
  • Hemweg 8 in Amsterdam

 

Beispiele für Vattenfalls Aktivitäten hin zur Klimaneutralität

Hinsichtlich der Transformation hin zur Klimaneutralität arbeitet Vattenfall aktiv an der Reduzierung der CO2-Emissionen in seinem Erzeugungsportfolio.

Der Ausstieg aus der Kohle sowie die Investitionen in wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Technologien brauchen Zeit und werden ein Eckpfeiler in Vattenfalls langfristigen Partnerschaften wie der Partnerschaft mit der Stadt Berlin sein. So hat Vattenfall bereits fast 900 Millionen SEK in eine Initiative investiert, die eine Brennstoffumstellung von Braunkohle auf Erdgas früher als ursprünglich geplant ermöglicht. Durch diese ab Mai 2017 wirksame Umstellung wird Vattenfalls jährlicher CO2-Ausstoß in Berlin um 600.000 Tonnen verringert.

Der bis 2020 geplante Ersatz des Steinkohle-Heizkraftwerks Reuter C durch eine Power-to-Heat-Anlage ermöglicht die Integration erneuerbarer Energien in das Fernwärmesystem sowie die Errichtung eines gasbefeuerten Heißwassererzeugers. Parallel dazu hat Vattenfall die Lieferung von Dampf aus dem Kraftwerk Moorburg an einen in dieser Region ansässigen Industriepartner realisiert, wodurch der Betriebsmodus des Kraftwerks von reiner Kondensation auf Kraft-Wärme-Kopplung umgestellt wird.

In den Niederlanden plant Vattenfall, entweder Kohle teilweise durch Biomasse-Zufeuerung zu ersetzen oder sein letztes verbliebenes Kohlekraftwerk Hemweg 8 vorzeitig zu schließen. Dies hängt maßgeblich davon ab, wie die niederländische Politik über die Entschließungen entscheiden wird, die einen vollständigen Kohleausstieg der Niederlande fordern.