Wasserkraft in Deutschland

Wasserkraft, mit der die in der Wasserbewegung enthaltene Energie nutzbar gemacht wird, steht in Europa als erneuerbare Energiequelle bei Weitem an der Spitze.

Nach Angaben des Branchenverbandes Eurelectric trug Wasserkraft 2010 mit rund 16 Prozent zur Stromerzeugung in der EU bei und lieferte rund 60 Prozent des durch erneuerbare Energieträger erzeugten Stroms insgesamt.

Wasserkraft in Europa

Um große Wasserkraftanlagen bauen zu können, müssen geeignete Wasserläufe vorhanden sein. Folglich ist in Ländern wie Schweden, Frankreich und Österreich, die landschaftlich über große Höhenunterschiede und angemessene Wasserläufe verfügen, der Anteil von Wasserkraft am Energiemix sehr hoch. In Norwegen, Europas wichtigstem Wasserkrafterzeuger, wird der Strom zu 99 Prozent aus Wasserkraft gewonnen. Dagegen sind die Bedingungen für Wasserkraft in Ländern wie Dänemark, Deutschland und Polen ungünstig.

Globale und lokale Erwägungen im Widerspruch

Die Wasserkraft wirkt sich in breiterem Sinne nur geringfügig auf das Klima und die Natur aus. Große Wasserkraftwerke beeinträchtigen jedoch erheblich die direkte Umgebung der Anlage und den Wasserlauf. Dies führt zu Interessenkonflikten.

Aufgrund der zunehmenden Sorge um die globale Klimaerwärmung wird Wasserkraft heute allgemein positiver und als Teillösung für das Problem des Klimawandels wahrgenommen. Es geht nun nicht mehr um eventuelle positive oder negative Auswirkungen von Wasserkraft, sondern vielmehr um die Frage, wie viele der nicht genutzten Wassergebiete unberührt bleiben sollen.

Energiedreieck

Bei der Energieversorgung muss ein Gleichgewicht auf den drei Schlüsselebenen Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit sowie Umwelt und Klima hergestellt werden. Es gibt keine Energiequelle, die den drei Ebenen allein gerecht werden kann. Dieses Energiedreieck veranschaulicht die Vor- und Nachteile von Wasserkraft.

Klima und Umwelt: Wasserkraft verursacht als erneuerbare Energiequelle fast keine Emissionen, so dass Klima und Umwelt weitgehend unbeeinträchtigt bleiben. Wasserkraftwerke stellen jedoch einen erheblichen Eingriff in die natürliche Landschaft dar und beeinträchtigen das Ökosystem von Flüssen. Eine Wasserkraftanlage kann zudem Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt in nächster Umgebung haben.

Versorgungssicherheit: Wasserkraftwerke gewährleisten eine stabile Stromerzeugung in großem Umfang. Um viel Strom erzeugen zu können, ist jedoch eine hohe Niederschlagsmenge erforderlich. Wasserkraft kann daneben als Ausgleichsenergie genutzt werden, da die Kapazitäten kurzfristig angepasst werden können, um Unterschiede bei Erzeugung und Verbrauch der Hauptenergieträger auszugleichen.

Wettbewerbsfähigkeit: Die Nutzung von Wasserkraft erfordert keine Treibstoffe und die Erzeugungskosten sind wettbewerbsfähig. Der Neubau eines Kraftwerkes ist zwar mit einem erheblichen Investitionsaufwand verbunden, dessen wirtschaftliche Lebensdauer jedoch auf lange Zeit ausgelegt.