Die Zukunft der Wasserkraft

Europäische Investitionen in Wasserkraft werden zukünftig vorwiegend in Effizienzmaßnahmen und Verbesserungen von bestehenden Wasserkraftwerken, der gesteigerten Nutzung von kleinen Wasserkraftwerken und innovativer Technologien in diesem Bereich getätigt.

Die europäische Wasserkraft weist derzeit einen guten Entwicklungsstand auf. Obwohl die Stromerzeugung in der EU durch Wasserkraft absolut gesehen steigen wird, wird ihr Anteil an der gesamten Elektrizitätserzeugung leicht abnehmen. Die Kapazität von Wasserkraft zur Energiespeicherung und ihre Funktion als Ausgleichsenergie gewinnen zunehmend an Bedeutung, da erneuerbare Energieträger wie Solar- und Windenergie im Aufwind sind, deren Stromerzeugung jedoch stark schwankt.

Weltweit großes Potenzial für kleine Wasserkraftanlagen

Kleine Wasserkraftwerke haben großes Potenzial. Wie auch bei großen Anlagen ist die Stromerzeugung durch kleine Wasserkraftwerke erneuerbar und preisgünstig. Diese Anlagen beeinträchtigen jedoch auch die umliegende natürliche Umgebung. Der Nachteil kleiner Wasserkraftanlagen im Vergleich zu großen Kraftwerken besteht darin, dass sie nicht den gleichen Grad an Versorgungsicherheit bieten. Da es ihnen häufig an Regulierungs- und Speicherkapazitäten fehlt, können sie nicht unbedingt als Ausgleichsenergie dienen.

Derzeit müssen diverse rechtliche Hindernisse beseitigt werden, um eine umfassendere Ausweitung kleiner Wasserkraftwerke zu ermöglichen. Insgesamt steht man der steigenden Nutzung dieser erneuerbaren Energiequelle jedoch positiv gegenüber.

Pumpkraft steigert Systemsicherheit

Wasserpumpkraftwerke erfüllen eine wichtige Rolle im Energiesystem. Sie dienen als Energiespeicher und schaffen somit einen Ausgleich zwischen dem Stromangebot und der Nachfrage. Wird bei niedrigem Bedarf viel Strom erzeugt (z. B. nachts oder in den Sommermonaten), kann mit dem Überschuss Wasser in ein höheres Auffangbecken gepumpt werden. Übersteigt die Stromnachfrage das Angebot (z. B. tagsüber oder im Winter), wird das Wasser aus dem höheren Auffangbecken abgelassen und der Strom wie in einem klassischen Wasserkraftwerk erzeugt. Wasserpumpkraftwerke sind allerdings Nettoenergieverbraucher, da ihr Energieverbrauch im Durchschnitt über der von ihnen erzeugten Strommenge liegt.

Durch die Kombination von Wasserpumpanlagen mit Solarkraftwerken und Windturbinen können gleichzeitig die Versorgungssicherheit gewährleistet und unabhängig von den Witterungsbedingungen eine gleichbleibende Strommenge erzeugt werden. Mit diesem Verfahren wird die durch Wind- und Solarkraft erzeugte erneuerbare Energie mit der Speicherkapazität eines Pumpkraftwerks verbunden. In dieser Kombination werden die Wasserkraftanlagen zum Nettoenergieerzeuger. Heute befindet sich diese Art von Verfahren jedoch noch in der Entwicklungsphase.

Innovative Technologien auf dem Weg

Innovative Technologien wie Wellen-, Gezeiten- und Osmoseenergie haben zwar großes Potenzial, aber sind noch in der Entwicklung. Es ist daher sehr schwierig, ihre Bedeutung für zukünftige Energiesysteme zu beurteilen.