Fernkälte

Über Fernkältesysteme werden Bürogebäude und industrielle Anlagen mit gekühltem Wasser versorgt. Im Vergleich zu herkömmlicher Klimatisierung kann der CO2-Ausstoß durch Fernkälte erheblich gesenkt werden.

Fernkälte funktioniert ähnlich dem Prinzip der Fernwärme. Als Quelle für die Kühlung dient häufig das Tiefwasser von Seen oder Meeresgewässern, das niedrige Temperaturen aufweist. Das kalte Wasser wird aus Tiefen von 30 bis 45 Metern kontinuierlich in den Kreislauf der Produktionsstätten gepumpt und dient zur Kühlung von Förderwasser, das durch die Rohrleitungen des Kältenetzes läuft.

Ohne Auswirkungen auf Gewässer

Nachdem das Wasser in den See zurückgepumpt wird, nimmt es schnell seine vorherige Temperatur wieder an. Die natürlichen Gegebenheiten der Gewässer bleiben somit unberührt. Dank innovativer Techniken ist eine Speicherung des Kühlwassers unter der Oberfläche möglich, so dass Privathaushalte in den warmen Jahreszeiten mit kalter Energie versorgt werden können.

Die Produktionsstätten verfügen in der Regel auch über komprimierte Kühlvorrichtungen. Diese dienen als zusätzliche Kühlungssysteme, wenn nicht ausreichend Seewasser vorhanden ist und gewährleisten eine durchgängige Kühlung.

Fernkälte reduziert CO2-Emissionen

In Kühlsystemen können Abwärme aus Blockheizkraftwerken (BHKW) oder überschüssige Wärme aus Abfallverbrennungsanlagen genutzt werden, um Absorptionskältemaschinen zur Kühlung im Sommer anzutreiben. Da der Stromverbrauch auf diese Weise erheblich verringert wird, kann der CO2-Ausstoß durch Fernkälte im Vergleich zu herkömmlicher Klimatisierung um bis zu 75 Prozent gesenkt werden.