News | 09-05-2014 | 14:55 PM

Akzeptanz kann nicht pauschal verordnet werden

Heiko Wuttke (Mitte), Leiter Projektentwicklung Windenergie Deutschland,gemeinsam auf dem Podium mit Dr. Christian Ehlers (re), Abgeordneter im EU Parlament.
 

Der Auftakt ist gelungen: Auf dem ersten BWE-Windenergietag des Regionalverbandes Lausitz-Spreewald diskutierten Experten der Branche und Politik intensiv über die zukünftigen Rahmenbedingungen für die Windenergiebranche.

Insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden Novellierung des EEG's und weiteren gesetzlichen Änderungen mangelte es nicht an Diskussionsfreudigkeit unter den rund 100 Teilnehmern des Branchentages und Dr. Christian Ehler, CDU-Europaabgeordneter des Landes Brandenburg und Mitglied des Energieausschusses der EU.

Konsequenzen der Länderöffnungsklausel

Auf Einladung des Bundesverbandes der Windenergie (BWE) hielt Heiko Wuttke, Leiter Projektentwicklung Deutschland, einen Impulsvortrag zum Thema „Konsequenzen der Länderöffnungsklausel".

Diese soll den Bundesländern die Hoheit ermöglichen, die im Baugesetzbuch gesetzlich geregelten Mindestabstände der im Außenbereich privilegierten Windenergie nach eigenem Ermessen festzulegen.

Abstand zu Siedlungen

Derzeit gilt in Brandenburg die Empfehlung, wie in vielen anderen Bundesländern, einen Abstand von 1000 Metern zu Siedlungen zu halten. Das Bundesland Bayern hat unlängst einen Vorschlag ins Spiel gebracht, der einen Abstand vorsieht, der dem 10fachen der Windenergie-Anlagenhöhe entspricht. Bei modernen Anlagen wäre demnach ein Abstand von bis 2000 Meter einzuhalten.

Ausbauziel der Windenergie

Heiko Wuttke erklärte eindrücklich, dass mit dieser Regelung das Ausbauziel der Windenergie im Rahmen der Brandenburger Energiestrategie 2030 unmöglich sei, da ausgewiesene Flächen soweit verkleinert würden, dass ein Windpark nicht mehr realisierbar wäre.

Bis 2030 sollen 1,9 Prozent der Landesfläche für die Windenergie genutzt werden. 10.500 Megawatt können so installiert werden und 3,8 Millionen Haushalte mit Strom versorgen, heute ist die Hälfte erreicht. „Akzeptanz kann man eben nicht pauschal verordnen. Wir müssen stattdessen individuelle Lösungen finden", so Wuttke.

Bürgerbeteiligung an Windenergieprojekten

Während der Podiumsdiskussion wurde ein weiteres Thema intensiv diskutiert: Die Beteiligung der Bürger und Kommunen an den Windenergieprojekten. „In Großbritannien ist es beispielsweise erlaubt, benachbarte Kommunen durch allgemeinnützliche Projekte, die durch einen Windparkfonds finanziert werden, zu unterstützen. Das ist sehr transparent und ganz legal. In Deutschland ist das leider so nicht möglich," zog Wuttke einen Vergleich zu einem anderen Markt, in dem Vattenfall aktiv ist.

Windland Brandenburg

Als Windland Nummer 2 (gemessen an der installierten Leistung) in Deutschland profitiert Brandenburg in besonderem Maße vom Wertschöpfungspotential dieser Technologie. In Brandenburg sind mehr als 5.000 Personen in der Windenergiebranche beschäftigt bei einem Investmentvolumen von 341 Millionen Euro.

Brandenburg spielt für die Windenergiesparte von Vattenfall eine besondere Rolle, die auch in der ‚Energiepartnerschaft' fest verankert ist. So ist die Nachnutzung rekultivierter Flächen durch die Windenergie eine gute Ergänzung zur konventionellen Energieerzeugung, um auch in Zukunft den Wirtschaftsfaktor Stromerzeugung in Brandenburg weiter zu stärken.