News | 25-09-2014 | 09:15 AM

„Wir machen Wind“ – 4. Fachartikel zur WindEnergy-Messe

Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark" setzt Vattenfall auf Bürgerbeteiligung in Themen der Energiewende, auch wenn es um Errichtung von Onshore-Windparks geht. Der Dialog spielt hierbei eine große Rolle und kann verschiedene Gestaltungsformen annehmen. Erkundigen Sie sich hier über Involvierung und Kooperation.

Bürgerbeteiligung bei Onshore-Windparks: Ein Schlüssel zu mehr Akzeptanz

Die Windenergie an Land ist nicht nur ein wichtiger Baustein der Energiewende, sondern eröffnet auch wirtschaftliche Vorteile direkt vor Ort: Profitieren können Kommunen – gerade in strukturschwachen Regionen – ebenso wie die Anwohner. Neben dem Schaffen finanzieller Anreize geht es Energieunternehmen wie Vattenfall vor allem darum, durch offenen Dialog größtmögliche Akzeptanz für die Projekte zu erreichen.

Beteiligungsmodelle und regionale Wertschöpfung: überzeugende Pluspunkte für Onshore-Windparkprojekte

Ein jährlicher Zubau der Onshore-Windkraft von 2,5 Gigawatt netto – dieses Ziel hat die Bundesregierung in der EEG-Novelle definiert. Eine treibende Kraft der Energiewende war die Windenergie an Land aber schon vorher: In den letzten rund 20 Jahren hat diese Energieform so viel Fahrt aufgenommen, dass sie mittlerweile fast die Hälfte des gesamten erneuerbaren Stroms in Deutschland ausmacht.

Vielfältige Modelle der Bürgerbeteiligung

Allen Erfolgsmeldungen zum Trotz formiert sich gelegentlich jedoch auch lokaler Widerstand gegen die Bauvorhaben. Akzeptanz und Identifikation sind für die Windbranche daher zentrale Anliegen. Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass ein frühzeitiges Einbeziehen sämtlicher Stakeholder vor Ort entscheidend zu einem positiven Projektverlauf beiträgt. Die Bürgerbeteiligung hat dabei vielfältige Formen: Sie kann aus reiner Information und Transparenz über alle Projektschritte bestehen, verschiedene Optionen von Mitspracherecht beinhalten oder monetäre Beteiligung an den Erlösen des Windparks bieten. Da es weder ein Patentrezept noch flächendeckende gesetzliche Regelungen in Deutschland gibt, wird die Beteiligung auf jedes Projekt individuell zugeschnitten.

Vattenfall Windpark Esebeck: Dialog von Anfang an

Für Vattenfall ist der zielgerichtete Austausch mit den jeweiligen Akteuren vor Ort eine tragende Säule der Projektplanung. Ein gutes Beispiel dafür ist der geplante Windpark Esebeck bei Göttingen. Auf einer speziell auf Dialog ausgerichteten Infoveranstaltung diskutiert Vattenfall mit allen Projektbeteiligten die Details des Windparks, etwa die genaue Position der Anlagen oder Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Da das Konzept als Bürgerwindpark angelegt ist, geht es dabei auch um Möglichkeiten, sich über die vor Ort ansässige Bürgerwindgesellschaft zu beteiligen und dadurch direkten Nutzen zu ziehen. Hinzu kommt die lokale Wertschöpfung: Durch Vattenfalls besonderes Finanzierungsmodell sind bereits ab dem ersten Betriebsjahr Gewerbesteuereinnahmen für die Kommunen möglich – und zwar zu 100 Prozent. Auf diese Weise profitiert die gesamte Gemeinde zusätzlich von dem Projekt.

Ein Blick zu den europäischen Nachbarn

Wie gehen andere Länder Europas mit dem Thema Bürgerbeteiligung um? Blicken wir hierzu auf einige Märkte, in denen Vattenfall mit Onshore-Windkraft aktiv ist. In Dänemark ist eine 20-prozentige Bürgerbeteiligung seit 2008 verpflichtend. Jedoch hat sich gezeigt, dass das erforderliche Kapital vielfach gar nicht aufgebracht werden kann, und die Bürgeranteile häufig darunterliegen. In Großbritannien ist eine solche Beteiligung zwar nicht vorgeschrieben, eine entsprechende gesetzliche Regelung wird aber erwartet.

Im 76 Anlagen großen Windparkprojekt Pen y Cymoedd in Süd-Wales hat Vattenfall ein umfangreiches Programm für die Teilnahme der örtlichen Bürger entworfen, um sie in das Projekt einzubinden. „Vom ersten Tag an war es unsere Priorität sicherzustellen, dass die Bewohner ein Teil des Projekts sind. So versorgen wir mindestens zweimal im Jahr alle Anwohner mit einem Newsletter und stehen mit einer lokalen Kontaktperson aus der Gemeinde im regelmäßigen Austausch", sagt Rahel Jones, Vattenfall Communication Officer in UK. Vattenfall erarbeitet zudem partnerschaftlich mit der Gemeinde ein Konzept für einen sinnvollen und allgemeinnützlichen Einsatz der Gelder, die aus dem Fonds des Windparks generiert werden. In einem Online-Dialog haben Anwohner dafür gute Ideen vorgeschlagen. „So liefert der Windpark einen echten Mehrwert für die Gegend", sagt Jones.

In den Niederlanden hat Vattenfall gemeinsam mit den beteiligten Interessengruppen vor Ort ein besonderes Modell entwickelt. So vertritt beim Windparkprojekt Wieringermeer ein Bürgerrat die Interessen von Anwohnern, Umwelt- und Wirtschaftsorganisationen und weiteren Beteiligten. Innerhalb dieses Rats diskutieren Projektentwickler und Vertreter der örtlichen Gemeinden über Themen wie den Aufbau eines Beteiligungsmodells am Windpark und Optionen für Lärmbelästigungsbeschränkung. Das Beteiligungsmodell besteht aus einem individuellen Vorteilspaket für die Bürger und einem Fonds für soziale Projekte innerhalb der Region. Je nach Jahresertrag des Windparks sollen zwischen 60.000 und 140.000 Euro jährlich in den Fonds investiert werden.

Zahlen und Fakten

  • Die lokale Wertschöpfungseffekte besteht aus: Steuereinnahmen für die Kommune, Gewinnen aus Windparkbetrieb, Einkommen aus Beschäftigung, Steigerung der regionalen Kaufkraft.
  • Vorreiter Norddeutschland: In Nordfriesland sind mehr als 90 Prozent der Windparks als Bürgerbeteiligungen organisiert.
  • Mindestens 70 Prozent der Gewerbesteuer fließen an die Gemeinde, in der der Windpark steht (Standortgemeinde). 30 Prozent gehen an die Gemeinde, in der die Verwaltung der Betreibergesellschaft sitzt.

 

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Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen

Diane Vrielmann, Vattenfall Europe Windkraft GmbH,
Tel. 040/2718-2014, diane.vrielmann@vattenfall.de