VATTENFALLS EMPFEHLUNGEN

Unsere energiepolitischen Empfehlungen zur Bundestagswahl 2017

1. CO2-Preissignal für klimafreundliche Investitionen im Non-ETS-Sektor

Bisher fehlt es an Anreizen außerhalb des Emissionshandels. Der Ausstoß von CO2 im Wärme- und Verkehrsbereich muss möglichst – wie der Emissionshandel – auch europäisch einen Preis bekommen, der tatsächliche Signale für den Einsatz klimafreundlicher Technologien setzt. Eine solche CO2-Bepreisung auf Brennstoffe in den Bereichen, die nicht am Europäischen Emissionshandel teilnehmen, zum Beispiel durch eine zielgerichtete CO2-Steuer (Climate Tax), erhöht die Wirtschaftlichkeit der notwendigen Investitionen, um Effizienz- und Klimaschutzziele zu erreichen. Bei der Einführung einer CO2-Steuer sollten eine sozialverträgliche Abfederung für die privaten Haushalte sowie eine Entlastung für energieintensive Betriebe erfolgen

2. Fahrplan zum Kohleausstieg:

Unternehmen benötigen Rechts- und Planungssicherheit für die notwendigen Investitionen in die Energieinfrastruktur der Zukunft. Es braucht dazu einen breiten Dialog mit den betroffenen Gruppen aus Wirtschaft, Arbeitnehmervertretungen und den Bundesländern und Kommunen, an dessen Ende ein sozialverträglicher, verbindlicher und realistischer Pfad für den Kohleausstieg steht.

3. Masterplan Sektorenkoppelung:

Wir brauchen eine sektorenübergreifende Koordination zur Hebung aller Potenziale in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr. Es bedarf einer zentralen Steuerung dieses Themas über Ministerien hinweg. In einem politischen Masterplan unter Einbeziehung der Marktakteure sollten Handlungsempfehlungen und Fördermaßnahmen, zum Beispiel für Power-toHeat, gebündelt werden. Mit dem Zuwachs an erneuerbarem Strom wächst auch der Bedarf an Flexibilisierungsoptionen wie Sektorenkopplung und Speicher.

4. Ausbau der erneuerbaren Energien kostengünstig vorantreiben:

Der Ausbau der Erneuerbaren ist Bestandteil einer technologieoffenen Weiterentwicklung des Erzeugungssystems hin zum Systemwechsel. Windenergie ist das Rückgrat der Energiewende und leistet einen aktiveren Beitrag zur Kostensenkung als fossile Grundlast. Dass Wettbewerb Kosten senkt, beweist die durch Ausschreibungen ausgelöste Kostenreduktion im Bereich Offshore-Windenergie.

5. Pumpspeicherwerke als wichtige Flexibilitätsoption anerkennen:

Speicher sind eine Säule der Energiewende. Sie können das Stromnetz entlasten, die Aufnahmefähigkeit der Netze für erneuerbare Energien deutlich erhöhen und die Sektorenkopplung unterstützen. Ihre Leistungen für das Energiesystem müssen einen Preis erhalten.

6. Digitale Entwicklung nicht durch Regulierung hemmen:

Die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle sollte nicht unnötig durch Regulierung behindert werden. Zugleich muss jedoch für alle Marktteilnehmer das gleiche hohe Datenschutzniveau gelten, um die Sicherheit des Gesamtsystems wie auch die Akzeptanz bei den Anwendern gleichermaßen zu gewährleisten. Dies gilt umso mehr, als viele der neuen Geschäftsmodelle nicht auf Assets, sondern auf Datenverfügbarkeit aufbauen.