Braunkohlekraftwerke – die flexible Absicherung der Energiewende

Um weiterhin der verlässliche Partner der Erneuerbaren zu sein, müssen Braunkohlekraftwerke fit gemacht werden. Noch schneller und variabler sollen sie werden.

Noch vor wenigen Jahren war die Aufgabe für Braunkohlekraftwerke klar definiert: Gleichmäßig und konstant haben sie die Grundlast der Stromversorgung gesichert. Dabei wurde der Rohstoff Kohle immer effizienter genutzt und der Ausstoß von Emissionen immer weiter gesenkt.

Die zunehmende Einspeisung der erneuerbaren Energien in das Stromnetz stellt die Ingenieure vor neue Herausforderungen. Flexibilität heißt das neue Zauberwort. Ziel ist es, Kraftwerke so zu verbessern, dass sie in Stunden hoher Einspeisung erneuerbarer Energien ihre Leistung schnell und möglichst weit absenken können. Die Kraftwerke laufen dann „im Standgas“ weiter, damit sie in kurzer Zeit hochgefahren werden können, wenn die Einspeisung der Erneuerbaren nicht mehr ausreicht, den Strombedarf zu decken.

Das Klischee vom trägen Braunkohlekraftwerk
Sich den Änderungen des Stromverbrauchs anzupassen, ist für Braunkohlekraftwerke längst keine Ausnahme mehr, sondern der Regelfall. Die von Vattenfall betriebenen Kraftwerke können innerhalb von 20 Minuten ihre Leistung zwischen 100 und 50 Prozent variieren. Weiteres Flexibilitätspotenzial ist vorhanden: Durch Anpassungen der Fahrweise lassen sich die Reaktionszeiten weiter verbessern, Flammenwächter optimieren die Feuerungstechnik und die Vortrocknung der Braunkohle verbessert nicht nur die Flexibilität, sondern auch die Effizienz und damit die CO2-Bilanz.

Das Ziel ist, Braunkohlekraftwerke so flexibel zu machen, dass sie eine ähnliche Regelfähigkeit bieten wie Gaskraftwerke – bei weitaus geringeren Brennstoffkosten. Bei modernen Kombikraftwerken (Gas- und Dampfturbinenbetrieb) liegt die technische Mindestlast bei 20 bis 40 Prozent der installierten Leistung. Bei Braunkohlekraftwerken sind es gegenwärtig schon 33 bis 50 Prozent. Das Klischee vom trägen Braunkohlekraftwerk wird durch die hochflexible Fahrweise der Vattenfall Kraftwerke schon seit Jahren widerlegt.

Braunkohle als flexibler und kostengünstiger Partner der Erneuerbaren
Die vier von Vattenfall betriebenen Braunkohlekraftwerke mit einer installierten Gesamtleistung von 9.000 Megawatt sind rein rechnerisch in der Lage, nahezu vollständig die bis 2014 in Brandenburg und Sachsen installierte Windleistung zuverlässig und kostengünstig auszuregeln. Damit sichert die günstige heimische Braunkohle nicht nur die Stromversorgung für Industrie und Privatkunden, sondern trägt als Partner der Erneuerbaren maßgeblich zum Gelingen der Energiewende bei.

www.vattenfall.de/flexgen

Zünd- und Stützfeuerung mit Trockenbraunkohle (TBK-ZS)

Mit der Anlage zur Zünd- und Stützfeuerung mit Trockenbraunkohlestaub setzt Vattenfall Maßstäbe im Bereich der Kraftwerkstechnologie. Durch die Kombination aus einem hochveredelten Rohstoff und innovativer Brennertechnik wird die Anlage der Prototyp einer neuen Generation von hocheffizienten und flexiblen Braunkohlekraftwerken.

Anlage zur Zünd- und Stützfeuerung mit Trockenbraunkohle am Kraftwerk Jänschwalde

Inbetriebsetzung: Oktober 2014
Standort:

Kraftwerk Jänschwalde

Investition: 13,5 Mio. €
Ziel:

Senkung der Mindestlast von bisher 36 % auf 20 % der installierten Leistung des Blockes (500 MW)

Einsparziel
CO2-Emissionen:
ca. 1 Mio. t bis 2029

Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie