PSW entlasten!

Es ist Zeit zu handeln. Mit dem aktuellen Strommarktgesetzentwurf wird auch das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) geändert. Dies bietet die Möglichkeit, die seit 2008 bestehende Belastung von Pumpspeicherwerken (PSW) mit Netzentgelten wieder abzuschaffen (Anpassung in § 118, Absatz 6 EnWG).

Speicher als Garant für Netzstabilität

Netzentgelte belasten PSW, die für die Systemstabilität dringend gebraucht werden. Dies hat sich am 20. März 2015 bei der Sonnenfinsternis gezeigt. An diesem Tag gab es in nur einer Viertelstunde (11:00 bis 11:15 Uhr) einen Bedarf an 6.000 Megawatt (MW), der größtenteils durch PSW bereitgestellt wurde. Sie meisterten den „Testlauf“ für zunehmende Schwankungen der Einspeisung aus erneuerbaren Energiequellen souverän. Auch aus Sicht der Netzbetreiber sind PSW für die Bereitstellung von Systemdienstleistungen unverzichtbar.

Der hohe Nutzen der PSW liegt darin, dass sie positive und negative Regelleistung bereitstellen können. Sie leisten so einen entscheidenden Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Mit der Energiewende wächst der Bedarf an Flexibilitätsoptionen wie Speichern. Die 28 deutschen PSW sind aktuell die einzigen im großem Maßstab verfügbaren Stromspeicher (mit circa 7.000 Mega­watt Leistung).

Initiativen zur Entlastung der PSW von Netzentgelten

Mit einer Novelle des EnWG sollten PSW von Netzentgelten entlastet werden. Die Wirtschaftsminister- sowie die Umweltministerkonferenz haben Ende 2015 für eine Befreiung der Energiespeicher von Netzentgelten und anderen Abgaben plädiert. Der Bundesrat hat am 18. Dezember 2015 in seiner Stellungnahme zum Strommarktgesetzentwurf gefordert, rechtliche Hemmnisse für den Betrieb von Energiespeichern zu beseitigen.

Diese Initiativen sollten im Sinne der Netzstabilität nun mit einer Änderung des § 118, Absatz 6 EnWG und der Abschaffung der Netzentgelte für alle PSW, auch für Bestandsanlagen, umgesetzt werden.