Klare und technologieneutrale Anreize für einen dekarbonisierten Verkehrssektor

Mehr Elektromobilität ist der Schlüssel, damit auch der Verkehrssektor seinen Beitrag zum Klimaziel 2030 leisten kann. Andere Länder machen es vor. Mit niedrigen Stromkosten und höheren Treibstoffpreisen weisen Schweden und die Niederlande den Weg in die Elektromobilität.

 

Verbindliche Vorgaben und Ziele

Deutschland wird seine Klimaziele nur erreichen, wenn alle Sektoren ihren Beitrag leisten. Das deutsche CO2-Reduktionsziel für den Verkehr (-40 % bis 2030) muss verbindlicher werden. Und die Umsetzungsinstrumente müssen angepasst werden. Noch fehlt ein klarer Weg, um den notwendigen E-Mobility-Anteil zu erreichen.

 

Zunahme bei Elektrofahrzeugen - Nachbarn erreichen 2 Prozent bis 2020

Schweden und die Niederlande sind auf einem guten Weg, ihre E-Mobility-Ziele für 2020 zu erreichen. Deutschland erreicht vergleichbare Stückzahlen, liegt aber weit entfernt von seinem Ziel, bis 2020 eine Million Fahrzeuge umzustellen (entspricht etwa 2,1 Prozent der Fahrzeuge).

 

CO2-Steuer einführen

Eine aufkommensneutral gestaltete CO2-Steuer auf alle Kraftstoffe könnte die notwendigen technologieneutralen Anreize für eine Umstellung in Richtung sauberer Antriebe schaffen. Das deutsche Diesel-Privileg sollte abgeschafft werden, damit einheitliche Steuern auf Kraftstoffe zu fairen Wettbewerbsbedingungen für Elektrofahrzeuge beitragen. In Deutschland sind die Steuern auf Benzin und Diesel seit nunmehr 15 Jahren unverändert niedrig. Unterdessen sorgen niedrigere Stromkosten und höhere Treibstoffpreise in Schweden und den Niederlanden für Anreize zum Umstieg auf Elektrofahrzeuge.

 

15 Prozent höhere Treibstoffpreise in Schweden und Niederlanden (EUR/I)

Bei Diesel liegen die Preise im Durchschnitt 15 Prozent über denjenigen in Deutschland.

58 Prozent höherer Strompreis in Deutschland (EURct/kWh)

In Schweden und den Niederlanden liegt der Strompreis für Verbraucher bei etwa 19 EURct/kWh - in Deutschland bei fast 30 EURct/kWh. Mehr als doppelt so hohe Steuern und Abgaben machen mehr als die Hälfte des deutschen Strompreises aus.

 

Ladeinfrastruktur ausbauen und Fuhrparks umstellen

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur muss beschleunigt werden. Hierfür sind  bundeseinheitliche Kriterien für Ausschreibungen notwendig. Für schnellere Genehmigungen müssen bürokratische und gesetzliche Hemmnisse abgebaut werden. Eine zügige Umstellung von Fuhrparks kann mehr Bewegung in den Markt bringen. Ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zu ambitionierten EU-Zielen für PKW-Flotten wäre daher das richtige Signal.

 

Die Stromnetz Berlin GmbH* stellt den eigenen Fuhrpark komplett auf umweltfreundliche Antriebe um. Aktuell verfügen bereits 18 Prozent der Fahrzeuge über einen alternativen Antrieb, 2020 werden es schon 70 Prozent sein.
*Die Stromnetz Berlin GmbH ist ein unabhängiges und vollständig entflochtenes Unternehmen der Vattenfall-Gruppe.