Offshore-Deckel anheben

Die Große Koalition möchte bis 2030 den Anteil Erneuerbarer Energien auf 65 Prozent steigern. 20 GW Offshore-Wind können hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten – zu marktgerechten Kosten.

 

 

Offshore-Beitrag konkretisieren

Das 65-Prozent-Ziel der Koalition ist leistbar. Hierfür müssen die Erneuerbaren stärker ausgebaut werden. Insbesondere der Beitrag der Offshore-Windenergie ist noch zu konkretisieren. Und damit verbunden auch eine Anhebung des „Offshore-Deckels“ um mindestens fünf Gigawatt (GW) auf 20 GW in der deutschen Nord- und Ostsee bis 2030. Die Offshore-Branche kann Projekte dieser Größenordnung in den Jahren 2026 bis 2030 zu marktgerechten Kosten realisieren.

Netzausbau zum Erfolg führen – Kapazität der HGÜ überdenken

Die erforderlichen Kapazitäten für die Aufnahme weiterer Offshore-Windenergie stünden mit Fertigstellung der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitung rechtzeitig für die Realisierung eines weiteren Ausbaus von 5 GW in den Jahren 2026 bis 2030 zur Verfügung. Um künftig erforderliche Netzkapazitäten abzudecken, lohnt sich die Diskussion darüber, ob diese HGÜ-Verbindung nicht gleich mit höherer Kapazität geplant und realisiert werden sollte. Die bis 2030 erforderliche Reduzierung der Stromerzeugung aus Kohle kann sich zusätzlich netzentlastend auswirken.

Offshore als marktgerechte Säule des Erneuerbaren-Ziels stärken

Offshore-Windenergie kann und sollte weiter gestärkt werden. Befürchtungen, eine Ausweitung der Windenergie würde zum Kostentreiber der Energiewende, sind nicht gerechtfertigt. Mit den wettbewerblichen Ausschreibungen hat Deutschland erhebliche Kostensenkungen, bis hin zu Projekten, die ganz ohne staatliche Förderung auskommen, erreicht. Leistungsstärkere Anlagen mit hohen Verfügbarkeiten und Grundlastnähe mit durchschnittlich 4.500 Volllaststunden machen den Einsatz von Mitteln und Flächen für Offshore-Windenergie effizient und volkswirtschaftlich sinnvoll.

 

 


Weitere Informationen

Offshore-Premiere in Aberdeen Bay

Am 1. Juli 2018 ging Vattenfalls Offshore-Windpark vor der Küste Schottlands in Betrieb. Der Windpark Aberdeen Bay ist das Entwicklungszentrum von Vattenfall für Offshore-Windenergie – hier werden sowohl neue Windenergietechnologien als auch die Auswirkungen von Windparks auf Flora und Fauna des Meeres untersucht. Die elf Windturbinen verfügen über die derzeit größte Turbinenleistung auf dem Markt und der Windpark erzeugt in einem Jahr Strom für 80.000 Haushalte. Vattenfall ist der weltweit zweitgrößte Betreiber von Windparks im Meer. Insgesamt zehn Offshore Windparks mit einer Gesamtkapazität von 1.200 Megawatt betreibt Vattenfall derzeit in fünf Ländern Europas.

Premiere für Windenergie aus der Bucht von Aberdeen

 

 

Erfolgsgeschichte vor der deutschen Küste

In Deutschland hat Vattenfall bei der Nutzung der Offshore-Windkraft bereits Pionierarbeit geleistet. Als einer von drei Projektpartnern realisierten wir den ersten deutschen Windpark auf See: Seit April 2010 liefert alpha ventus grünen Strom 90 km vor der Küste Borkums.

Mit DanTysk und Sandbank hat Vattenfall gemeinsam mit den Stadtwerken München zwei große Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee realisiert. Die 152 Windenergieanlagen mit einer Kapazität von 574 Megawatt speisen zusammen jährlich etwa 2,7 Milliarden Kilowattstunden ins deutsche Stromnetz ein.