Grußwort

Stefan Kleimeier

„Das heutige System der Anreizregulierung bevorteilt Netzbetreiber, die wenig investieren.“

 

Liebe Leserinnen und Leser,

vom Berliner Hauptbahnhof aus schaut man auf eine der größten innerstädtischen Baustellen Berlins, die künftige Europacity. Auf einer Fläche von etwa 40 Hektar entsteht ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Büros und Geschäften. Hier und im weiteren Umfeld des Hauptbahnhofes werden sich in naher Zukunft viele neue Stromverbraucher ansiedeln. Das Stromnetz muss darauf vorbereitet werden. Darum entsteht hier ein neues Umspannwerk – eines von rund 80 im Berliner Stadtgebiet. Es wird mit modernster Schaltanlagen- und Kommunikationstechnik ausgerüstet und in die Fernsteuerung aus der zentralen Netzleitstelle in Berlin-Tiergarten eingebunden.

Verteilnetze müssen mit der rasanten Entwicklung der Metropolen mithalten. Und auch für die Energiewende spielen sie eine entscheidende Rolle. Die Mehrzahl der dezentralen Erzeugungsanlagen wie Windkraft- oder Solaranlagen sind an Verteilnetze angeschlossen. Sie sorgen dafür, dass der Strom aus diesen Anlagen in die Städte fließt, die aufgrund ihrer vielen Einwohner einen großen Teil davon verbrauchen.

Doch die aktuellen Investitionsbedingungen für die Verteil­netze sind denkbar schlecht. Das System der Anreizregulie­rung bevorteilt Netzbetreiber, die wenig investieren. Viele Netze drohen zu überaltern. Bei der anstehenden Reform der Anreizregulierung sollte diese Schieflage behoben werden.

„Das heutige System der Anreizregulierung bevorteilt Netzbetreiber, die wenig investieren.“


Ein modernes und verlässliches Stromnetz braucht eine Regulierung, die eine stabile Basis für sinnvolle und effiziente Investitionen schafft. Dabei ist es unerheblich, ob die Investition dem Anschluss von regenerativen Energien dient oder der Versorgung einer dynamisch wachsenden Metropole wie Berlin.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Ihr

Stefan Kleimeier
Leiter Policy & Regulatory Affairs Deutschland