Windernte vor Sylt

Prominente Gäste zur Eröffnung von DanTysk: Lars G. Nordström, Magnus Hall, Olaf Scholz, Sigmar Gabriel, Mikael Damberg, Dr. Florian Bieberbach, Gunnar Groebler, Torsten Albig (v. l.)

Nach drei Jahren Bauzeit hat der Offshore-Windpark DanTysk den Betrieb aufgenommen. 70 Kilometer westlich von Sylt ragen nun 80 Windenergieanlagen aus der Nordsee. Von Land aus sind sie aufgrund der Erdkrümmung dennoch nicht zu sehen.

Der Offshore-Windpark DanTysk ist ein bedeutender Schritt für Deutschlands Energiezukunft: Über eine Milliarde Euro kostete das Projekt. Dafür liefert die Anlage bei gutem Wind jährlich 1,3 Terawattstunden Nordseestrom. Das reicht für die Versorgung von bis zu 400.000 privaten Haushalten.

Hohe Windausbeute auf See

Offshore-Windparks sind bei der Wind­ausbeute deutlich im Vorteil. Eine Windturbine an Land produziert in umgerechnet 2.600 Stunden im Jahr mit voller Leistung Strom (Volllaststunden). Auf hoher See weht der Wind aber konstanter, hier erreicht eine Windturbine über 4.500 Volllaststunden. Zum Vergleich: Photovoltaikanlagen kommen im sonnenarmen Deutschland auf weniger als 1.000 Stunden im Jahr.

Die Offshore-Windenergie belastet den Stromkunden kaum mehr als die Windenergie an Land. In Zukunft werden die Kosten für die Offshore-Windenergie zudem weiter sinken. Offshore-Windenergie ist effizient und kostengünstig. Sie stellt damit eine unverzichtbare Komponente im künftigen Energiemix dar.

Zukünftig mehr Wettbewerb durch ­Ausschreibungen

Nach der EEG-Novelle 2014 wird die Förderhöhe für neue Windparks durch eine Ausschreibung ermittelt. Derjenige, der den niedrigsten Förderbedarf hat, gewinnt den Zuschlag und erhält die Förderung. Der Systemwechsel soll spätestens 2017 stattfinden. Dänemark hat mit seinem Ausschreibungsmodell bereits gute Erfahrungen gemacht und konnte die Kosten senken. Daran sollte sich auch Deutschland orientieren.

Bis zum Sommer will die Bundesregierung Eckpunkte zum Ausschreibungs­design für Windenergie auf See vorlegen. Der Gesetzgeber muss dabei eine Brücke vom bisherigen zum neuen Fördersystem schlagen, denn viele Standorte für Windparks sind bereits Projektentwicklern zugeordnet, die zum Teil erhebliche Vorarbeiten geleistet haben. Ihre bestehenden Rechtspositionen dürfen nicht entschädigungslos entwertet werden. Es wird also darum gehen, Wettbewerb schnellstmöglich einzuführen und zugleich das Vertrauen in den Offshore-Standort Deutschland zu erhalten.

 

Dänemark zeigt, wie es geht

  • Eine staatliche Stelle übernimmt die Vorentwicklung des auszuschreibenden Standortes.
  • Den Zuschlag erhält der Bieter mit der niedrigsten geforderten Förderhöhe.
  • Jeder Investor kann mitbieten. So entstehen Wettbewerb, Akteursvielfalt und niedrige Förderkosten.
  • Einzelne Standorte werden ausgeschrieben. Förderkosten können so spezifische Standortfaktoren berücksichtigen (Windstärke, Wassertiefe, Küstenentfernung etc.).
  • Netzbetreiber können die Netzanbindungskapazitäten örtlich und zeitlich zielgenau planen; bisheriger Netzausbau „auf Verdacht“ wird vermieden.
  • Die Größen der Windparks und der Netzanbindungen können aufeinander abgestimmt werden.
  • Errichtung des Windparks und Netzanbindung laufen zeitlich aufeinander abgestimmt.
  • Leerstand von Netzanbindungen und damit volkswirtschaf­tliche Kosten werden vermieden.
  • Kosten für die Vorentwicklung von Offshore-Parks fallen zeitnah zu ihrer Errichtung an.
  • Gezielte Steuerung des jährlichen Kapazitätsausbaus ermöglicht der Zuliefererindus­trie Planungssicherheit.