CO2-arm heizen ohne Öl

Ein Blick über den Tellerrand zu unseren Nachbarn in Dänemark.

Etwa 21 Millionen Heizungsanlagen gibt es in Deutschland – knapp sechs Millionen davon werden noch mit Öl befeuert. In einem Ersatz durch Erdgas liegen große Potenziale für den Klimaschutz, erst recht unter Einbeziehung von KWK und erneuerbaren Energien. Während europaweit niedrige Brennstoffpreise den Umstieg auf klimafreundlichere Heizungen verlangsamen, betreibt Dänemark den Öl-Ausstieg mit Hochdruck.

Klimagerechte Preise und verordneter Öl-Ausstieg

Bis 2050 will Dänemark vollständig auf fossile Energieträger verzichten. Die dänische „grüne Umstellung“ erfasst alle Energiesektoren und greift insbesondere im Gebäudebereich radikal durch: Eine fünfmal so hohe Steuer auf leichtes Heizöl und ein doppelt so hoher Ölpreis wie in Deutschland sorgen für Bewegung im Wärmemarkt. Bereits seit Januar 2013 gilt das Verbot von Öl-Heizungen in Neubauten. Wo Fernwärme zur Verfügung steht, ist der Einbau von Öl-Heizkesseln seit 2016 auch im Bestand verboten. Begleitet wurde die Umstellung durch eine gezielte Förderung, insbesondere für den Wechsel auf erneuerbare Energien.

Multivalente Wärmeerzeugung

Die Wirkung war unmittelbar: Noch in 2013 wurden fast 330.000 dänische Wohnungen mit Öl beheizt, bereits in 2014 sank diese Zahl um 100.000. Unterdessen werden 60 Prozent der Gebäudeflächen in Dänemark über Fernwärme beheizt, zu einem Großteil mit Kraft-Wärme-Kopplung und unter fast hälftiger Einbeziehung regenerativer Energiequellen. Ganz nebenbei entstehen mehr als 50 Prozent des dänischen Stroms in KWK. Der Anteil von Öl in der Wärme ging unter 10 Prozent zurück. Hierfür wesentlich war die konsequente Unterstützung einer „multivalenten“ Wärmeerzeugung unter Nutzung vielfältiger emissionsarmer Wärmequellen. Über den hohen Anteil Fernwärme, mit teils abgesenkten Systemtemperaturen, lassen diese sich besonders effektiv einbinden.

Sektorenkopplung

Für die nächste Etappe setzt Dänemark auf Sektorenkopplung: Angesichts hoher winterlicher Windstromüberschüsse liegt der Fokus in den nächsten Jahren auf dem Ersatz alter Heizkessel durch Elektrowärmepumpen, auch in Wärmenetzen und bei der Industrie. Flankierend hat Dänemark vor wenigen Tagen beschlossen, die Stromsteuer beim Einsatz im Wärmebereich ab 2019 um fast ein Viertel zu senken.

WENIGER CO2 IM HEIZUNGSKELLER: Wie geht das?

  1. Klimagerechte Besteuerung Heizöl im Wärmebereich
  2. Einführung CO2-Steuer für Non-ETS
  3. Verlängerung der KWK-Förderung bis 2030
  4. Mieterstrom weiter fördern
  5. Förderung erneuerbarer Energien in Wärmenetzen