Industrie: Mehr Mut zur weniger CO2

Die Schwedische Industrie geht bei der Dekarbonisierung voran. 

Vielfach werden bei Diskussionen um Energiewende und Industrie die hohen Kosten und die Strompreisentwicklung in den Vordergrund gestellt. Doch liegen in einer konsequent angegangenen Energiewende vielfältige Chancen für die Industrie. Kostensenkungen, eine neue, eigenständigere Versorgungssicherheit und neue Technologieführerschaft sichern die künftige Wettbewerbsfähigkeit. Beispiele aus Schweden zeigen, wie es geht.
Schwedens Industrie hat mit 27 Prozent einen erheblichen Anteil an den CO2-Emissionen. Die Grundstoffindustrie und Vattenfall arbeiten eng zusammen, um diese Emissionen zu verringern – Strom und Wasserstoff sind hierbei der Schlüssel. Konkrete Zielstellungen sind eine hohe Verfügbarkeit von erneuerbaren Flüssig-Brennstoffen und eine nahezu CO2-freie Produktion der besonders emissionsstarken Produktionsgüter Stahl und Zement – minus 70 Prozent bis Mitte der 2040er Jahre werden als realistisch angesehen.

Stahl und Zement

Im Kooperationsprojekt mit der Stahlindustrie stellt Vattenfall bis zu 20 Terrawattstunden Wasserstoff zur Verfügung, um Kohle in der Stahlerzeugung weitgehend zu ersetzen. Darüber hinaus übernimmt Vattenfall die Analyse der elektrischen Systeme als Grundlage für Effizienzsteigerungen. Mit der Zementindustrie wird erprobt, wie erneuerbarer Strom, Sauerstoff aus der Wasserstoffproduktion sowie erneuerbare Flüssigbrennstoffe herkömmliche Brennstoffe ersetzen können.


Erneuerbare Flüssigbrennstoffe und Wasserstoff

Ein weiteres Kooperationsprojekt soll in großem Umfang Diesel durch Flüssigbrennstoff aus Biomasse ersetzen. Darüber hinaus wird methanisierter Wasserstoff als Grundstoff für Kunststoffe und Carbon-Fasern für die Automobilindustrie sowie für Schiffstreibstoff genutzt. Eine übergreifende Wasserstoff-Strategie für die schwedische Industrie lässt bis 2030 bis zu fünfzehn Wasserstoff-Anlagen bis zu 30 Megawatt entstehen. Bis 2040 sollen dann bis zu drei Einheiten von 200-600 Megawatt mit entsprechenden Speicherkapazitäten entstehen.

Beispiele für Industrie und Sektorenkopplung in Deutschland

  • Die Berliner Königliche Porzellanmanufaktur und die Hamburger Kupferhütte Aurubis speisen industrielle Abwärme in die lokalen Fernwärmenetze der Vattenfall Wärme ein.
  • Die vier "Schaufenster intelligente Energie" begehen Neuland bei der Sektorenkopplung:
  • Im Projekt „WindNODE“ in Nordostdeutschland optimieren unter anderem Siemens, 50 Hz, Vattenfall Wärme und Stromnetz Berlin die Integration erneuerbarer Energien.
  • Mit „New 4.0“ arbeiten in der Region Hamburg 60 Partner unter Beteiligung von Vattenfall an Lösungen für eine vollständige Versorgung mit erneuerbaren Energien.
  • Mit „enera“ in Niedersachsen und „Designetz“ im Westen Deutschlands arbeiten zwei weitere Schaufensterprojekte an intelligenten Zukunftslösungen.