Wärmewende: Wie CO2-frei kann Fernwärme werden?

Vattenfall dekarbonisiert die Berliner Wärmeversorgung

Die nationale Wärmewende sollte eines der wichtigsten energiepolitischen Projekte der neuen Legislatur werden. Denn das Potential an CO2-Einsparungen ist enorm. Dazu müssen dezentrale und zentrale Lösungen gleichermaßen weiter entwickelt werden. Das Land Berlin ist hierbei auf dem richtigen Weg.

In Berlin wird vorgemacht, wie man die Wärmewende realisiert. Eine "Machbarkeitsstudie. Klimaneutrales Berlin 2050" hat verschiedene Wege aufgezeigt, wie bis 2050 85 Prozent der CO2-Emissionen in der Stadt eingespart werden können. Fazit: Ohne Fernwärme und dezentrale Lösungen, ohne Ausstieg aus Kohle und Öl gelingt die städtische Wärmewende nicht. Nach dem bereits in 2017 erfolgten Braunkohleausstieg legt das Berliner Energiewendegesetz nun auch fest, dass die Stadt bis Ende 2030 aus der Steinkohlenutzung aussteigen will. Wie das gehen soll, werden Vattenfall und die Stadt gemeinsam in einer Machbarkeitsstudie entwickeln. NGOs und Vertreter der Politik werden an diesem Prozess beteiligt.

Für die Zeit nach 2030 entwickelt Vattenfall Szenarien, wie durch mehr dezentrale Wärmelösungen, synthetisches Gas und die Nutzung von Abwärme der CO2-Gehalt des Gesamtwärme-Systems auf null reduziert werden kann. Weitere Potenziale sollen im dezentralen Bereich gehoben werden. Um die Hauseigentümer mit ins Boot zu holen, braucht es insbesondere für den Umstieg der vielen dezentralen Öl-Heizungen auf klimafreundliche Lösungen stärkere wirtschaftliche Anreize. Hier ist auch die neue Bundesregierung gefragt.

Europas größte Power-to-Heat-Anlage

Schon heute werden von Vattenfall Investitionen getätigt, um Berlin zur "größten Batterie für Erneuerbare" zu machen. Berlin ist ein ideales Aufnahmebecken für erneuerbaren Strom aus dem Brandenburger Umland. Insbesondere Windstrom-Überschüsse sollen stärker genutzt werden. Deshalb baut Vattenfall in Berlin Europas größte Power-to-Heat-Anlage mit einer Leistung von 120 Megawatt und einem Investitionsvolumen von 100 Millionen Euro. Mit dem Bau dieser großangelegten Power-to-Heat-Anlage beschreitet Vattenfall technisches Neuland. Deutschlandweit braucht es mehr Projekte wie dieses und ein klares Bekenntnis zur Sektorenkopplung für eine optimale Integration erneuerbarer Energien.

URBANE WÄRMEWENDE: Was ist dafür notwendig?

  1. CO2-Steuer auf Brennstoffe im Non-ETS-Bereich
  2. Verlängerung der KWK-Förderung bis 2030
  3. Masterplan Sektorenkopplung
  4. Kooperationsprojekte wie SINTEG stärken