Pressemeldungen | 14-11-2014 | 12:34 PM

Jänschwalde startet Initialzündung für die Energiewende

Vattenfall setzt mit TBK-Anlage neue Maßstäbe für hochflexible Kraftwerke

Den Prototyp einer neuen Generation von effizienten und hochflexiblen Braunkohlenkraftwerken hat Vattenfall am heutigen Donnerstag, 13. November 2014, im Kraftwerk Jänschwalde in Betrieb genommen. Herzstück der Pilotanlage ist ein neu entwickelter Brenner mit elektrischer Plasmazündung. Er macht die Umstellung der Zünd- und Stützfeuerung vom bisherigen Brennstoff Öl auf Trockenbraunkohle und damit eine noch flexiblere Fahrweise des Kraftwerksblocks F möglich. Die Fähigkeit moderner Braunkohlenkraftwerke, ihre Erzeugungsleistung schnell innerhalb eines möglichst breiten Regelbandes zu steigern oder einzusenken, macht sie zu einem unverzichtbaren Teil der Energiewende, weil sie die schwankende Stromeinspeisung von Wind- und Solaranlagen je nach Bedarf ausbalancieren können. So halten sie die erforderliche Frequenz im Stromnetz stabil und ebnen erneuerbaren Energien den Weg zum Verbraucher.

Mit einer Investitionssumme von 13 Millionen Euro wurde einer der beiden Kessel des 500-MWBlocks auf die innovative Technologie umgerüstet. Zur Brennstoff-Versorgung wurde ein 40 Meter hohes Trockenbraunkohle-Silo in unmittelbarer Nachbarschaft des Blocks errichtet und an diesen angekoppelt.

„Mit der Anlage zur Zünd- und Stützfeuerung auf Basis von Trockenbraunkohle wird das Kraftwerk Jänschwalde zu einem Pionier in Sachen Flexibilität", sagte Hubertus Altmann, Vorstand für das Ressort Kraftwerke der Vattenfall Europe Mining AG und Vattenfall Europe Generation AG. „Unsere Kraftwerksingenieure wollen an diesem Standort nachweisen, dass ein mit TBK-Technologie ausgerüsteter Kraftwerksblock seine Mindestlast, die nach heutigem Standard bei 33 Prozent liegt, auf bis zu 20 Prozent absenken kann. Damit lässt sich die Anlage wesentlich flexibler und effizienter fahren – das spart Ressourcen und damit auch Emissionen."

Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke gab am Donnerstag gemeinsam mit Hubertus Altmann und Julia Bell, Leiterin Projekte für den Vattenfall-Bereich Continental/UK, das Startsignal zur Inbetriebsetzung der TBK-Anlage. Woidke sagte: „Damit die Braunkohle ihrer Rolle als Brückentechnologie in der Energiewende gerecht werden kann, müssen die Kraftwerke effizienter und flexibler werden. Die neuartige Starthilfe für einen Braunkohlekessel auf der Basis von Trockenbraunkohle ist dabei ein wichtiger Baustein. Mit ihr kann besser auf die zunehmende Einspeisung von Strom aus Regenerativen Energien reagiert werden. Damit hat die Anlage energiepolitische Bedeutung über Brandenburg hinaus."

In der Pilotanlage kommt künftig Trockenbraunkohlestaub zum Einsatz, der im Vattenfall-Veredlungsbetrieb in Schwarze Pumpe hergestellt wird. Mit der dort angewendeten Technologie lässt sich der Wassergehalt der Braunkohle von etwa 50 auf unter zehn Prozent senken. 

 

 

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