Pressemeldungen | 25-09-2014 | 12:40 PM

Kaverneninspektion in Brunsbüttel

Die ersten Untersuchungen von Kaverne 1 im Kraftwerk Brunsbüttel haben ergeben, dass erwartungsgemäß weitere Fässer schadhaft sind. Wie die schleswig-holsteinische Landesregierung und auch die Aufsichtsbehörde verschiedentlich betont haben, sind die Kavernen sicher.  

Die Auffälligkeiten gleichen im Wesentlichen den Befunden aus den Kavernen 4 und 2. Die Ergebnisse dieser und der noch folgenden Inspektionen von Kaverne 3 und 6 werden in die Handhabungskonzepte einfließen, die Vattenfall derzeit weiterentwickelt.

„Diese Weiterentwicklung erfolgt im engen fachlichen Austausch mit der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde und wir liegen im Zeitplan“, so Pieter Wasmuth, Geschäftsführer Kommunikation der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH.

Wie die schleswig-holsteinische Landesregierung und auch die Aufsichtsbehörde verschiedentlich betont haben, sind die Kavernen sicher. Weder für das Personal noch für die Bevölkerung und die Umgebung besteht Gefahr. Die Kavernen sind zu den Außenseiten durch dicke Betonwände geschützt und mit schweren Stahlbeton-Riegeln abgedeckt.

Die Fässer in den Kavernen enthalten schwach- und mittelradioaktive Betriebsabfälle wie Filterharze und Verdampferkonzentrate. Die Kavernen und die Fässer waren konzeptionell zunächst nicht für eine längerfristige Aufbewahrung vorgesehen.

Die Fässer sollten kurzfristig nach Schacht Konrad als bundesweitem Endlager für die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle aus Industrie und öffentlicher Hand gebracht werden. Schacht Konrad sollte ursprünglich Mitte bis Ende der 90’er Jahre fertiggestellt werden. Nachdem es in der Vergangenheit mehrfach zu Verzögerungen kam, rechnet das Bundesumweltministerium aktuell mit einer Inbetriebnahme zwischen 2021 und 2025.

In Kaverne 1 wurden bislang 36 der 120 Fässer inspiziert, 17 davon gelten als stark auffällig. Festgestellt wurden starke Korrosionen sowie Ablaufspuren und Ablagerungen an den Fässern und am Kavernenboden. Die Fassstapel weisen zum Teil unterschiedliche Höhen auf, da verschiedene Deckelvarianten verwendet wurden. Bisher wurde ein Fass entdeckt, das aufgrund der starken Korrosion und durch die darüber lagernden Fässer um rund 30 cm gestaucht ist.

Die radiologische Messung beim Öffnen der Kaverne hatte keinen erhöhten Wert gezeigt. Die Raumluft in unmittelbarer Umgebung der Kavernen wird permanent überwacht, auch hier gibt es keine erhöhten Werte. Vattenfall hat mittlerweile die Kaverne 2 aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit mit einer Lufttrocknungsanlage ausgestattet. Da Kaverne 1 vergleichbare Werte bei der Luftfeuchtigkeit ausweist, wird auch die Kaverne 1 nach Abschluss der Inspektionsarbeiten mit einer Lufttrocknungsanlage ausgestattet werden.  
Nach Abschluss der Inspektion von Kaverne 1 werden die noch ausstehenden Kavernen 3 und 6 inspiziert. Die Arbeiten werden jetzt im Zweischichtsystem ausgeführt und sollen in den nächsten Monaten abgeschlossen werden.

Geplant ist, die Fässer aus den Kavernen zu entfernen und möglichst zügig endlagergerecht zu verpacken, bis sie in das Bundesendlager Schacht Konrad transportiert werden können.

Alle Maßnahmen erfolgen in Abstimmung mit der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde und alle Arbeiten vor Ort werden von der Aufsichtsbehörde teilweise, vom Gutachter kontinuierlich begleitet.

Kernkraftwerk Brunsbüttel, Visuelle Inspektion Kaverne 1 Anlage zum Tagesbericht Nr. 1 vom 23.09.2014

Bild 3, Fass V 163, Verformungen an der Wandung im Bereich der Rollreifen

 

Bild 6, Fass V 163 / V 156, Übergang zweier Fässer mit Ablagerungen

 

Bild 7, nicht zentrische Position des Fasses Fass V 132 über dem Fass V 133

 

Öffnung der Kaverne 1

 

Kamerasystem zur Inspektion der Kavernen

 

Ansprechpartnerin für weitere Informationen:

Sandra Kühberger, Vattenfall GmbH, Pressesprecherin Media Relations Germany, Telefon 030 8182 2323, Fax 030 8182 2315, sandra.kuehberger@vattenfall.de