Pressemeldungen | 29-08-2014 | 15:15 PM

Ornithologischer Lehrpfad am Tagebau Welzow-Süd eröffnet

Wiedehopf, Steinschmätzer und Co. finden neue Heimat in der Bergbaufolgelandschaft

Im Beisein von Vattenfall-Bergbauvorstand Uwe Grosser und dem stellvertretenden Spremberger Bürgermeister Frank Kulik wurde am heutigen Freitag, 29. August, auf den rekultivierten Arealen des Tagebaus Welzow-Süd ein ornithologischer Lehrpfad eingeweiht. Der 15 Kilometer lange Pfad beginnt im Spremberger Ortsteil Pulsberg am Reiterhof Wuttke. Von dort aus führt er durch unterschiedliche Entwicklungsstadien der Rekultivierungsflächen und bietet die Möglichkeit, für die Bergbaufolgelandschaft charakteristische Vogelarten zu beobachten. Unterstützung erhielt die Stadt Spremberg bei diesem Projekt von Vattenfall.

In seinem Grußwort zur Einweihung wies Uwe Grosser auf die verantwortungsvolle Rekultivierungsarbeit des Unternehmens hin: „Die Rekultivierung der Landschaft nach dem Bergbau ist für uns ein fester Bestandteil der bergmännischen Tätigkeit. Sie gehört ebenso dazu wie das Abtragen des Abraumes oder die Förderung der Braunkohle. Diese Arbeit ist dabei mehr als eine Pflichtaufgabe. Denn die Landschaft, die wir hier gestalten, wird für uns, besonders aber für kommende Generationen, Erwerbsquelle, Ort der Erholung und nicht zuletzt Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna sein.“

Frank Kulik zeigte sich erfreut, das naturtouristische und auch pädagogische Angebot seiner Stadt durch den Lehrpfad so sinnvoll erweitert zu sehen: „Es ist erstaunlich, welche anderenorts seltenen Tiere hier eine neue Heimat gefunden haben. Daher ist der Lehrpfad nicht nur ein Muss für alle Naturliebhaber sondern auch eine Bereicherung für den Unterricht an den Schulen unserer Region. Mein besonderer Dank geht an Vattenfall für die Unterstützung der Stadt Spremberg bei der Vorbereitung und Errichtung des ornithologischen Lehrpfades.“

An acht mit Informationstafeln ausgestatteten Stationen erfahren Naturfreunde und Wanderer Wissenswertes zu den oftmals seltenen Vogelarten, die in der Bergbaufolgelandschaft neue Lebensräume entdeckt haben. Bemerkenswert sind dabei nicht nur die teilweise martialisch anmutenden Namen wie Raubwürger, Bluthänfling und Neuntöter, die die verschiedenen Arten tragen.

Wenn man die einzelnen Stationen betrachtet, ist der Wanderweg auch ein Gang durch mehr als 30 Jahre Bergbaugeschichte. Der Startpunkt auf der Pulsberger Hochkippe entstand in den 1980-er Jahren. Der Wolkenberg mit dem Weinhang auf seiner Südseite wurde dagegen erst vor wenigen Jahren geschüttet. Die Hühnerwasseraue, durch die der zehn Kilometer lange Rückweg des Lehrpfades führt, ist ein noch nicht abgeschlossenes Projekt, an dem Vattenfall gemeinsam mit der der LMBV arbeitet. So bietet der ornithologische Lehrpfad auch die Möglichkeit, Landschaftswandel und die einzelnen Entwicklungsstadien der Rekultivierung zu erleben.

Das Leitsymbol des Lehrpfades ist der Wiedehopf. Der Vogel mit dem markanten Kopfputz und dem langen gebogenen Schnabel ist ein Bodenjäger, der Brachland und offene Landschaften liebt. Auf Bergbaukippen findet er daher geeignete Lebensräume. In Deutschland zählt der Vogel zu den gefährdeten Arten, nur etwa 1.000 Paare leben aktuell auf dem Gebiet der Bundesrepublik – die meisten davon im Land Brandenburg, insbesondere im Braunkohlenrevier.


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