Pressemeldungen | 24-11-2014 | 12:00 PM

Positive Bilanz im ersten Jahr nach erneuertem Domowina-Vertrag

Über 100 gemeinsam realisierte Projekte in den letzten zwölf Monaten

Die Bewahrung sorbischer Identität gehört nicht nur zu den erklärten Zielen der Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V., sondern auch zu denen des Energieunternehmens Vattenfall in der Lausitz. Um dieses Ziel gemeinsam praktisch umzusetzen, arbeiten der Verein und das Unternehmen seit 2007 auf der Basis einer Kooperationsvereinbarung zusammen. Zu einer Bilanz der gemeinsamen Fortschritte trafen sich in der vergangenen Woche Vertreter der Domowina und der Vattenfall Europe Mining AG in Tauer.

Unter der Leitung des Domowina-Vorsitzenden David Statnik sowie des Vattenfall-Bergbauvorstandes Uwe Grosser wurden die Maßnahmen der letzten zwölf Monate bilanziert und aktuelle Fragen besprochen. Die Projektverantwortlichen für die Regionen Schleife und Niederlausitz, Manfred Hermasch und Marcus Koinzer, berichteten über abgeschlossene und geplante Projekte, die durch die finanzielle Unterstützung Vattenfalls ermöglicht wurden. Insgesamt wurden zu den gemeinsam vereinbarten fünf thematischen Schwerpunkten im vergangenen Jahr über einhundert Projekte realisiert. Dazu zählt unter anderem die Dauerausstellung zum Leben des niedersorbischen Dichters Fryco Rocha, welche erst kürzlich im Heimatmuseum Tauer eröffnet wurde.  

Der Domowina-Vorsitzende David Statnik betonte die Wichtigkeit der engen Einbindung sorbischer Betroffener: „Ich halte die Diskussion vor Ort mit den und durch die Betroffenen für sehr wichtig. Denn sie können die Dinge am besten beurteilen und müssen für sich entscheiden, wie und wo sie die sorbische Sprache und Kultur bewahren und entwickeln wollen." Uwe Grosser zeigte sich sehr zufrieden mit der Wahl der geförderten Projekte: „Ich bin froh zu sehen, dass unsere finanziellen Mittel im Sinne der Betroffenen für so viele wertvolle Projekte eingesetzt werden konnten. Hier zeigt sich, welch wichtigen Beitrag die gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit von Domowina und Vattenfall bei der Bewahrung sorbischer Sprache, Kultur und Bräuche leistet.“   Ein weiteres Thema der Gespräche waren die vor wenigen Wochen angekündigten Pläne des schwedischen Mutterkonzerns Vattenfall AB, eine neue Eigentümerstruktur für die deutsche Braunkohlensparte zu prüfen. Uwe Grosser unterstrich jedoch, dass die Vereinbarung mit der Domowina bis zum Jahr 2016 davon unberührt bleiben soll. Auch betonten beide Seiten, dass unabhängig von der Eigentümerstruktur die Gespräche zwischen dem Bergbautreibenden und der Domowina weiter geführt werden sollten.  

Die im Jahr 2007 erstmalig von der Domowina und Vattenfall unterzeichnete Kooperationserklärung wurde Ende des vergangenen Jahres verlängert und bleibt damit bis 2016 Grundlage für die Zusammenarbeit beider Partner. Projektschwerpunkte der gemeinsamen Vereinbarung sind die Pflege der sorbischen Sprache zur Stärkung und Sicherung sorbischen Lebens und der sorbischen Kultur sowie die Förderung von Wirtschaft und Tourismus für eine dauerhafte Lebensperspektive für die sorbische Bevölkerung in der Bergbauregion. Weiteres Augenmerk wird auf Medien in sorbischer Sprache gelegt. Bild- und Tonmaterialien sowie Erinnerungen in Archiven, Bibliotheken, Museen und Heimatstuben werden durch die Kooperation gefördert. Sie sollen bei der Wahrung und Entwicklung der ethnischen Identität helfen.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen sind:
Susann Thomanek, Vattenfall GmbH,
Telefon (0355) 28 87 - 30 58, 
susann.thomanek@vattenfall.de

Bärbel Felber, Domowina e. V., Telefon (03591) 550-202,
felber-pr-domowina@sorben.com