Pressemeldungen | 08-01-2014 | 10:44 AM

Vattenfall startet Inspektion der Kavernen in Brunsbüttel

Vattenfall startet heute mit der visuellen Inspektion der Kaverne 4 im Kernkraftwerk Brunsbüttel. In den insgesamt sechs Kavernen lagern 631 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Betriebsabfällen. Es wird damit gerechnet, dass die Inspektion mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird. Die Fässer werden mit einer eigens angefertigten Spezialkamera in den Kavernen von allen Seiten überprüft und deren Zustand protokolliert. Im Anschluss und abhängig von den Ergebnissen der Inspektion wird in Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde über das weitere Vorgehen entschieden.

Die Kavernen waren konzeptionell zunächst nicht für eine längerfristige Aufbewahrung vorgesehen, sondern die Fässer sollten nach Schacht Konrad als bundesweitem Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle gebracht werden. Schacht Konrad sollte ursprünglich Mitte bis Ende der 90’er Jahre fertiggestellt werden. Nachdem es in der Vergangenheit mehrfach zu Verzögerungen kam, rechnet das Bundesumweltministerium aktuell mit einer Inbetriebnahme zwischen 2021 und 2025.

Die Kavernen (Stauräume) befinden sich im Kontrollbereich des Kernkraftwerks und sind nur über Betondeckel in der Kavernendecke zugänglich (siehe beigefügte Grafik). Deshalb hat Vattenfall eine Inspektionseinrichtung entwickelt, deren um 360° drehbare Minikamera es ermöglicht, die Fässer von allen Seiten und aus allen Perspektiven sehr detailliert zu überprüfen. Bei dieser Gelegenheit wird auch das Bauwerk einer Kontrolle – der sogenannten Bauwerksprüfung – unterzogen.

Die Zeit für die Entwicklung des speziellen Kamerainspektionssystems wurde in Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde dafür genutzt, einen Teil der Brennelemente in das Standort-Zwischenlager zu bringen. Zudem mussten im Vorfeld umfangreiche Untersuchungen zur Aufhängung der Betondeckel der Kavernen durchgeführt und diese an die heute gültigen Anforderungen angepasst werden. Im Anschluss wurden alle 20 Aufhängungen der Betondeckel erfolgreich einer Belastungsprüfung unterzogen. Dies erfolgte in Abstimmung mit dem Gutachter und wurde am 16. Dezember 2013 abgeschlossen.

Die Fässer enthalten schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus der Abwasseraufbereitung bzw. aus den Prozesskreisläufen des Kernkraftwerks. Dazu gehören Filterharze ebenso wie Verdampferkonzentrate oder Mischabfälle. Filterharze dienten während des Betriebs des Kernkraftwerks dazu, das Wasser in den Prozesskreisläufen so rein wie möglich zu halten. Verdampferkonzentrate sind getrocknete Rückstände aus der Abwasseraufbereitung. Zu den Mischabfällen gehören unter anderem Putzlappen, Folien, Isolierwolle, Bauschutt etc. In der Kaverne 5 befinden sich darüber hinaus 21 Fässer aus einer Verbrennungskampagne für das Kraftwerk Brunsbüttel im belgischen Mol und in den Kavernen 5 und 6 wurden zudem Reaktorkomponenten aus Umbaumaßnahmen gelagert.

Für die Einlagerung in Schacht Konrad werden nur endlagerfähige Spezial-Container angenommen. Alle Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen werden deshalb endlagergerecht konditioniert, das heißt ihr Inhalt wird in die entsprechenden Container umverpackt. Für die endlagerfähigen Container ist eine Vielzahl von Zulassungen notwendig, die derzeit noch nicht komplett vorliegen.

Bis zum Abtransport nach Schacht Konrad bleiben die Container in der Transportbereitstellungshalle des Kernkraftwerks.

Alle Maßnahmen erfolgen in Abstimmung mit der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde. 

 

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Sandra Kühberger, Vattenfall GmbH, Media Relations Germany
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