Pressemeldungen | 26-02-2015 | 15:32 PM

Grubenwasser erhöht Gewässerqualität der Malxe

Befischungen bestätigen positive Entwicklung und dokumentieren seltene Arten

In der hochmodernen Grubenwasserbehandlungsanlage Jänschwalde werden täglich mehr als 250.000 Kubikmeter Tagebauwasser aufbereitet. Davon wird etwa die Hälfte für kraftwerkstechnische Zwecke wie die Speisung der Dampferzeuger und Kühltürme genutzt. Nach mehrfacher Nutzung wird ein Teil des im Kraftwerk verwendeten Wassers zusammen mit der anderen Hälfte des aufbereiteten Grubenwassers zur Unterstützung des regionalen Wasserhaushaltes über den Hammergraben und die Malxe in die Spree geleitet. Für dieses Ableitersystem ist der Anglerverein Badesee Peitz e.V. seit 1997 Pächter des Fischereirechts.  

Im Rahmen seiner Hegepflicht führt der Verein in regelmäßigen Abständen Bestandskontrollen mittels Elektrofischerei durch. Die nun vorgestellten Ergebnisse sind mehr als erfreulich. So konnte im Bereich des Malxeableiters eine starke Population von Bachschmerlen (Barbatula barbatula) dokumentiert werden. Diese Fischart ist auf der aktuellen Roten Liste Brandenburgs aufgeführt und als „stark gefährdet" eingestuft. Auch der ebenfalls auf der Roten Liste Brandenburgs stehende Zwergstichling (Pungitius pungitius) konnte bei den Befischungen nachgewiesen werden. Eine wahre Rarität ist der im Oktober 2014 gefangene Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis). Dieser früher weit verbreitete Fisch ist bundesweit als „stark gefährdet" eingestuft. Auch bei den angelfischereilich interessanten Fischarten wie beispielsweise Hecht und Barsch gibt es gute Nachrichten. Hier erholt sich der Bestand mittlerweile wieder, nachdem vor einigen Jahren ein massiver Kormoranbeflug nahezu zu einem Totalverlust der Populationen geführt hatte.  

„Wir freuen uns, der Fischfauna von Hammerstrom und Malxe einen guten bis sehr guten ökologischen Zustand attestieren zu können“, so Hans-Michael Kohde, verantwortlich für die Gewässerbewirtschaftung im Anglerverein Badesee Peitz e.V. „Auch, wenn es paradox klingen mag: Zu einem großen Teil lässt sich das auf den Bergbau, den Kraftwerksbetrieb und die damit verbundene Wasseraufbereitung zurückführen. Sie haben seit Jahrzehnten einen sehr positiven Einfluss auf die Vorflut von Hammerstrom und Malxe. Das Vorhandensein von Arten wie der Bachschmerle zeugt außerdem von der hohen Qualität der im Kraftwerk erfolgenden Wasseraufbereitung.“  

Die Elektrobefischung gilt als sanfteste Art des Fischfangs und spielt in der Fischerei besonders bei der Bestandskontrolle eine wichtige Rolle. Mittels Gleichstrom wird dabei im Wasser ein elektrisches Feld erzeugt, in dem die Fische zur Anode schwimmen und dort eingesammelt werden können. Fische sowie Fischlaich und Brut werden dabei nicht geschädigt. Diese Fangmethode eignet sich besonders für den Einsatz in kleineren bis mittleren Fließgewässern. Nach erfolgter Bestandsaufnahme werden die Fische wieder in das Gewässer zurückgesetzt. Der Anglerverein Badesee Peitz e.V. meldet die Ergebnisse der Elektrobefischung regelmäßig der unteren Fischereibehörde des Landkreises Spree-Neiße.

Die Bachschmerle ist ein nachtaktiver Bodenfisch und erreicht durchschnittlich eine Körperlänge von 8 bis 12 cm. Da diese Fischart zu den ersten gehört, die ein Gewässer nach Verbesserung der Wasserqualität wieder besiedeln, gilt die Bachschmerle als Anzeigerfisch.

 

 

Der Schlammpeitzger hat einen 20 bis 30 cm langen Körper und ist zur so genannten Darmatmung fähig. Dazu schluckt er an der Wasseroberfläche Luft, im Enddarm wird der Sauerstoff dann über ein feines Gefäßnetz aufgenommen. Dass der Schlammpeitzger die verbrauchte Luft durchaus geräuschvoll wieder über die Afteröffnung abgibt, hat ihm die Beinamen "Piepaal" beziehungweise "Quietschaal" eingebracht.

 

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