Pressemeldungen | 25-06-2015 | 09:23 AM

Jänschwalde bündelt regionale Kompetenz für Kraftwerksinnovation

Erste magnetgelagerte Dampfturbine in Betrieb / TBK-Anlage erfolgreich im Probebetrieb

Der 500-MW-Block F des Vattenfall-Braunkohlenkraftwerkes Jänschwalde ist im vergangenen halben Jahr mit verschiedenen technologischen Innovationen ausgerüstet worden, die wegweisend in der Branche sind. Nach der Inbetriebnahme einer Anlage zur Zünd- und Stützfeuerung mit Trockenbraunkohle im November vergangenen Jahres ist seit Februar 2015 nun auch die erste magnetgelagerte Dampfturbine als Speisewasserpumpenantrieb erfolgreich im Volllastbetrieb. Sie wurde von Siemens gemeinsam mit der Hochschule Zittau/Görlitz entwickelt.

 

Foto: Arbeitsgespräch von Siemens- und Vattenfall-Mitarbeitern am Magnetlager der neuen Dampfturbine.

 

Die Dampfturbine im Leistungsbereich bis 10 Megawatt (MW) kommt nahezu ohne Schmierstoffe aus. Die Lagerung erfolgt über ölfreie, luftgekühlte elektromagnetische Lager. Die Ventilantriebe benötigen lediglich eine minimale Ölmenge und werden mittels einer Software über Elektromotoren gesteuert. Durch den Wegfall des Öls sind magnetgelagerte Dampfturbinen umweltfreundlicher und verfügen über einen erheblich verbesserten Brandschutz.

Siemens zeichnete verantwortlich für die technische Projektleitung des Versuchsstands und des Prototypprojekts, für die Konstruktion der Dampfturbine, die Auslegung der Magnetlager, den Bau und die Inbetriebsetzung sowie für den Probebetrieb der magnetgelagerten Dampfturbine. „Wir freuen uns sehr über das gute Ergebnis der Kooperation mit der Hochschule Zittau/Görlitz und Vattenfall“, sagte Wilfried Ulm, Leiter der Geschäftseinheit Dampfturbinen bei Siemens Power and Gas. „Vattenfall war eng im Entwicklungsprozess eingebunden und hat sich dankenswerter Weise für die neue Produktlösung entschieden. Dieses entgegenbrachte Vertrauen wissen wir sehr zu schätzen.“

Neben der Entwicklung einer ölfreien Industrieturbine wirkte Siemens auch an der Errichtung einer weiteren technologischen Innovation im modernisierten Kraftwerksblock mit – der Anlage zur Zündund Stützfeuerung auf Basis von Trockenbraunkohle. Diese ersetzt seit November 2014 die ursprüngliche Ölzündung und macht den Kessel so deutlich flexibler im Zusammenspiel mit den erneuerbaren Energien. Dadurch spart die Anlage während der Projektlaufzeit rund eine Million Tonnen CO2 und wird den Ölverbrauch ebenfalls deutlich reduzieren.

„Kontinuierliche Forschungsarbeit gemeinsam mit Siemens und anderen bewährten Partnern versetzt uns in die Lage, unsere Kraftwerke nach dem modernsten Stand der Technik zu betreiben. So ist auch das Kraftwerk Jänschwalde bestens für die hohen technischen Anforderungen der Energiewende gerüstet. Umso weniger ist es nachvollziehbar, eine hochmodernisierte Anlage wie diese nur nach dem Baujahr zu bewerten, wie es das Eckpunktepapier zum Strommarkt aktuell vorsieht“, so Hubertus Altmann, Vattenfall-Vorstand für das Ressort Kraftwerke.

Vattenfall investierte seit 2014 mit der Inbetriebnahme der ölfreien Dampfturbine und der TBKAnlage etwa 18 Millionen Euro in den Innovationsblock F2 des Kraftwerks Jänschwalde.

Weitere Informationen zur Siemens Dampfturbine SST-600 finden Sie unter
www.energy.siemens.com/hq/de/fossile-stromerzeugung/dampfturbinen/sst-600.htm

Weitere Informationen zur Division Power and Gas finden Sie unter
www.siemens.com/about/de/unser_geschaeft/power-and-gas.htm

 

Weitere Informationen zur Flexibilisierung von Braunkohlekraftwerken finden Sie unter www.vattenfall.de/flexgen

 

Ansprechpartner für Journalisten

Elke Fuchs, Siemens AG, Pressesprecherin
Telefon 0341 210 2174, Fax 0341 210 2402 elkefuchs@siemens.com
Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/siemens_press

Thoralf Schirmer, Vattenfall
Tel.: +49 355 2887 3067; E-Mail: thoralf.schirmer@vattenfall.de
Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/vattenfall_de