Pressemeldungen | 23-12-2015 | 20:49 PM

Letzter Kohlezug verlässt Cottbus-Nord

Bergleute blicken voraus: Nach dem Tagebau ist vor dem Ostsee 

Mit 16 Waggons, gezogen von zwei Lokomotiven, und einer Ladung von 1000 Tonnen Rohbraunkohle hat am Mittwochnachmittag  der letzte Kohlezug den Tagebau Cottbus-Nord in Richtung Kraftwerk Jänschwalde verlassen. Damit geht die mehr als 40-jährige Ära der Kohleförderung am Cottbuser Stadtrand zu Ende. Gleichzeitig schließt mit Cottbus-Nord der letzte Tagebau in Deutschland, in dem Züge noch direkt von einem Kohlebagger beladen wurden und aus der Grube das Kraftwerk ansteuerten.
 
In respektvoller Erinnerung an die Leistung der Bergleute und die Entwicklung des Tagebau Cottbus-Nord schlossen am Mittwoch Vattenfall-Mitarbeiter und viele Gäste, darunter Landes- und Kommunalpolitiker, gemeinsam dieses Bergbau-Kapitel, um ein neues aufzuschlagen und vorauszuschauen. Aus dem Tagebau Cottbus-Nord soll sich bis Mitte der 2020-er Jahre der größte Bergbaufolge-See Deutschlands mit einer Wasseroberfläche von 19 Quadratkilometer entwickeln. Auch dieses Projekt wird in der Regie des Bergbauunternehmens umgesetzt.
 
„In den nächsten Jahren werden wir hier eine neue Landschaft schaffen, die für die Lausitz, vor allem für die Stadt Cottbus sowie die an den See angrenzenden Orte, eine Bereicherung sein wird“, kündigte Dr. Hartmuth Zeiß, Vorstandsvorsitzender der Vattenfall Europe Mining AG und Vattenfall Europe Generation AG, an. „Die Umgestaltung eines Tagebaus zu einem See ist für unser Unternehmen neu. Für uns wie auch für die Lausitz ist es der erste See, den wir planmäßig herstellen werden. Und das ist das Besondere: Der Tagebau Cottbus-Nord hat seit 1975 seine Entwicklung planmäßig genommen, die genehmigten Vorräte sind planmäßig gefördert worden und nun wird dieser See von uns planmäßig gestaltet werden.“
 
Gast der feierlichen Ausfahrt des letzten Kohlezuges war auch Brandenburgs Minister für Wirtschaft und Energie, Albrecht Gerber. Er sagte:  „Sicheren, bezahlbaren und rund um die Uhr verfügbaren Strom gibt es heute und auch für die kommenden Jahrzehnte nur mit der Braunkohle. Deshalb ist der Abschied von diesem ausgekohlten Tagebau auch kein Abschied von der Lausitzer Braunkohle und von den Cottbuser Bergleuten. Ihr Fachwissen und ihr Fleiß werden im Lausitzer Revier auch künftig gebraucht. Anderswo wird ‚ gute Arbeit‘ plakatiert – hier im Bergbau wird sie gelebt.“
 
Zur Versorgung des damals neu entstehenden Kraftwerks Jänschwalde hatte der Tagebau Cottbus-Nord 1981 mit der Kohleförderung begonnen. Bis heute wurden seitdem etwa 220 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Fast eine Millarde Kubikmeter Abraum mussten in dieser Zeit bewegt werden, um die Kohle freizulegen. Das Jahr der höchsten Kohle-Fördermenge war 1986 mit fast 13 Millionen Tonnen. Nach der politischen Wende waren es ab 1991 durchschnittlich nur noch zwischen 5 und 6 Millionen Tonnen jährlich.

Eine Licht-Show weist auf die wasserreiche Zukunft

 

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Kathi Gerstner, Vattenfall GmbH, Pressesprecherin Lausitz, Media Relations Cottbus
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