Pressemeldungen | 17-03-2015 | 14:07 PM

Sonnenfinsternis: Kohle und Wasser stellen Stromreserve

Vattenfalls Braunkohlenkraft- und Pumpspeicherwerke wirken als flexibler Verbund

Die vier von Vattenfall betriebenen Braunkohlenkraftwerke in der Lausitz und in Mitteldeutschland sowie die Pumpspeicherwerke des Unternehmens stehen als flexibler Kraftwerksverbund bereit, um bei Bedarf während der Sonnenfinsternis am 20. März die zu erwartenden Schwankungen in der Solarstromproduktion auszugleichen.  

Am kommenden Freitag wird der Mond zwischen 9.30 und 12 Uhr die Sonne über Deutschland bis zu 80 Prozent verdecken. Während sich dann die Augen der Meisten vermutlich auf den Himmel richten, um das seltene Naturschauspiel zu beobachten, sind die Blicke der Stromnetzbetreiber auf die Bildschirme in den Leitzentralen gerichtet, auf denen jede Veränderung des Stromangebotes im Netz und der verbundenen Stromerzeugungsanlagen zu sehen ist. Für sie kommt es darauf an, rechtzeitig auf einen plötzlichen Abfall der Solarstromerzeugung zu Beginn der Sonnenfinsternis und auf einen ebenso plötzlichen Wiederanstieg danach zu reagieren. Dazu bedarf es verlässlicher  Partner in der Energieerzeugung, zu denen auch Pumpspeicherwerke und Braunkohlenkraftwerke gehören.  

„Im Extremfall – das heißt an einem sonnigen Tag mit wolkenlosem Himmel – könnten durch die zeitweise Verdunklung der Sonne am Vormittag bis zu 13.000 Megawatt Solarenergie ausfallen und am Mittag, durch den dann höheren Stand der Sonne, bis zu 19.000 Megawatt schlagartig zurück ins Netz kommen. Das ist eine Größenordnung, die es bisher nicht gab“, sagt Hubertus Altmann, Vorstand für das Ressort Kraftwerke der Vattenfall Europe Mining AG und Vattenfall Europe Generation AG. „Dann heißt es, entsprechend schnell mit Strom aus anderen Quellen entgegenzusteuern, damit das Netz stabil bleibt. Unser Braunkohlenkraftwerkspark ist darauf vorbereitet. Wir sind in der Lage, unsere Produktion mit hohen Laständerungsgeschwindigkeiten von bis zu 250 MW pro Minute an die Netzsituation flexibel anzupassen.“  

Was an Regelreserven der Braunkohlenkraftwerke verfügbar ist, wird Vattenfall dem Netzbetreiber als Reserve zur Verfügung stellen. Für diese Woche geplante Wartungsarbeiten an der Kraftwerkstechnik sind wegen der Sonnenfinsternis extra vorverlegt worden, um einen möglichst breiten Spielraum bei der angebotenen Regelleistung bereitzuhalten. Die Frühschicht der Braunkohlenkraftwerke wird darüber hinaus am 20. März doppelt besetzt sein, um auf etwa auftretende Stresssituationen vorbereitet zu sein. Die Übertragungsnetzbetreiber haben die zuständigen Mitarbeiter von Vattenfall im Vorfeld für diesen Spezialfall geschult.  

„Die Aufgabe der Pumpspeicherwerke kann es vor allem sein, innerhalb der Sonnenfinsternis-Phase auf große Schwankungen im Stromnetz extrem schnell zu reagieren. Sie können hier sehr gezielt und bedarfsgerecht aussteuern, insbesondere im Verbund mit den Braunkohlenkraftwerken“, erklärt Hubertus Altmann. Insgesamt verfügen die acht Pumpspeicherwerke von Vattenfall über eine Kapazität von 2.893 Megawatt. Für den Tag X wollen sie mit etwa halb gefüllten Speicherbecken in beide Richtungen vorbereitet sein. So können sie je nach Bedarf kleinere Mengen Strom aus dem Netz abnehmen oder auch einspeisen.

 

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:

Thoralf Schirmer, Vattenfall GmbH, Pressesprecher Lausitz, Media Relations Cottbus, Telefon 0355 2887 3067, Fax 0355 2887 3066, thoralf.schirmer@vattenfall.de   

Lutz Wiese, Vattenfall GmbH, Pressesprecher Hydro, Media Relations Berlin, Telefon 030 8182 2332 , lutz.wiese@vattenfall.de