Pressemeldungen | 24-04-2015 | 09:21 AM

Tagebaue helfen brauner Spree mit sauberem Wasser

Vattenfall weist wiederholte Vorwürfe von BUND und Greenpeace zurück

Die wiederholt von BUND und Greenpeace erhobenen Vorwürfe, Vattenfall überschreite mit dem aus aktiven Tagebaubereichen gehobenen und nach Behandlung in die Spree sowie ihre Nebenarme eingeleiteten Grubenwasser vorgegebene Überwachungswerte für Eisen, weist das Unternehmen zurück.

Die Vattenfall Europe Mining AG als Tagebaubetreiber stellt hierzu fest:

Die aktiven Tagebaue in der Lausitz werden unter anderem auf der Grundlage Wasserrechtlicher Erlaubnisse geführt, welche Auflagen der Berg- und Umweltbehörden zur Sicherstellung der Wasserqualität von Fließgewässern beinhalten. Die regelmäßigen Messungen des damit beauftragten unabhängigen Labors bestätigen, dass die entsprechend vorgegebenen Überwachungswerte bei der Einleitung von Sümpfungswasser in Oberflächengewässer eingehalten werden.

„Das trifft auch auf die Einleitstellen Petershainer Fließ und Steinitzer Quelle zu, welche BUND und Greenpeace zu den zentralen Schwerpunkten ihrer Kritik gemacht haben“, betont Ingolf Arnold, Leiter Geotechnik bei Vattenfall. „Bis zur vollständigen Inbetriebnahme der Grubenwasserbehandlungsanlage Am Weinberg am 19. März 2015 wurden die Proben genehmigungskonform laut Wasserrechtlicher Erlaubnis nicht an den Einleitstellen, sondern an den festgelegten Überwachungsstellen entnommen. Das hat seinen Grund darin, dass unmittelbar nach der Einleitung das natürliche Selbstreinigungsvermögen der kleinstrukturierten Fließgewässer zum Rückhalt von überschüssigem Eisen und Schwebstoffen genutzt wird, so wie es an vielen Stellen der Niederlausitz auch ohne Bergbau zu beobachten ist.“ Damit sei immer sichergestellt, dass die Fließe unterhalb der Überwachungsstellen bis direkt zur Spree nur noch Resteisen im nicht sichtbaren Bereich führen. „Dass die kurzen Fließstrecken, in denen die natürliche Selbstreinigung geschieht, von Zeit zu Zeit von den Ablagerungen befreit werden, versteht sich von selbst“, fügt Ingolf Arnold hinzu.

Der BUND musste daher mit Messungen unmittelbar an der Einleitstelle zwangsläufig zu anderen Ergebnissen kommen als bei einer nach Wasserrechtlicher Erlaubnis korrekten Beprobung an der Überwachungsstelle nach der natürlichen Selbstreinigung. Dies ist dem BUND auch bekannt. Damit führen die Messungen des BUND aber entgegen dessen Behauptung auch keinen Nachweis darüber, wieviel Eisenhydroxid aus dem gehobenen Sümpfungswasser tatsächlich in der Spree ankommt.

Mit der Aufnahme des Dauerbetriebs der von Vattenfall neu errichteten Grubenwasserbehandlungsanlage Am Weinberg seit dem 19. März 2015 wurden neue Überwachungswerte festgelegt, und zwar direkt an den Einleitstellen festgelegt wurden. Mit Resteisengehalten von teilweise kleiner als 1 mg/l werden die Sichtbarkeitsschwelle und der Überwachungswert von 3 mg/l deutlich unterschritten. Die Beprobung erfolgt nun direkt am Ausgang der Grubenwasserbehandlungsanlage, da das Wasser über geschlossene Rohrleitungen zu den Einleitstellen weitergeleitet wird. Damit entfaltet die 20 Millionen Euro umfassende Investition des Bergbautreibenden nun ihre volle Wirksamkeit zur Stützung des Landschaftswasserhaushaltes mit einer sehr guten Gewässerqualität.

„Aktive Tagebaue in der Lausitz haben somit nachweislich keinen Anteil an der Braunfärbung der Spree. Das Grubenwasser, das Vattenfall in die Spree abgibt, sorgt sogar für eine wesentliche Verdünnung der Eisenhydroxid-Konzentration insgesamt”, erklärt Vattenfalls Chef-Geotechniker Ingolf Arnold. Etwa 300 Millionen Kubikmeter behandeltes Grubenwasser werden pro Jahr in die Spree und ihre Zuflüsse eingeleitet.

Zudem hatten BUND und Greenpeace wiederholt auf ihrer Ansicht nach zu hohe Sulfatwerte an Einleitstellen von behandeltem Grubenwasser aus dem aktiven Tagebau verwiesen und dies regelmäßig in Zusammenhang mit den Trinkwassergrenzwerten von 250 mg/l gebracht. Damit ist ganz offensichtlich eine Verunsicherung der Berliner Trinkwasserverbraucher beabsichtigt, die jeder Grundlage entbehrt. Tatsächlich findet, je nach Wassermenge, welche die Spree führt, eine Verdünnung statt. Die Sulfatkonzentration überschreitet in Trinkwasserwerken, wo aus Spreewasser erzeugtes Trinkwasser in die Netze eingespeist wird, nicht den vorgegebenen Trinkwassergrenzwert von 250 mg/l. Im Übrigen ist der Genuss von Sulfatkonzentrationen von 400 mg/l und mehr, wie sie in verschiedenen Mineralwässern vorkommen, unbedenklich für Gesundheit und Wohlbefinden.

Das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) und das Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten (MWE) für das Land Brandenburg, die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz (SenGUV) für das Land Berlin sowie Vattenfall Europe Mining AG und die LMBV haben 2009 ein „Strategiepapier zur Beherrschung bergbaubedingter Stoffbelastungen in den Fließgewässern Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße“ unterzeichnet. Die aus den dort aufgezeigten Handlungsfeldern abgeleiteten Maßnahmen wurden durch die länderübergreifende Arbeitsgruppe „Flussgebietsbewirtschaftung Spree – Schwarze Elster“ in einem Arbeitsprogramm zusammengestellt und werden jährlich fortgeschrieben. Sie unterliegen einer strengen Kontrolle durch die Behörden.

Somit wird entsprechend den Ergebnissen und Erkenntnissen der wissenschaftlich angewandten Prognosemodelle zum Sulfattransport mit dieser Vereinbarung zwischen den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Sachsen sichergestellt, dass eine Nutzung des Spreewassers im Rahmen der Trinkwasserversorgung durch die Berliner Wasserbetriebe und weitere Nutzer auch in Zukunft erfolgen kann.  

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:

Thoralf Schirmer, Vattenfall GmbH, Pressesprecher Lausitz, Media Relations Cottbus Telefon 0355 2887 3067, Fax 0355 2887 3066, thoralf.schirmer@vattenfall.de