Pressemeldungen | 05-03-2015 | 02:00 AM

„Wärmewende“ in Neukölln - 12,5 Millionen Euro für umweltfreundliche und sichere Energie im Kiez

FHW Neukölln AG nimmt Wärmespeicher, Blockheizkraftwerke und Power-to-Heat Anlage in Betrieb

v. li. Andreas Geisel (Senator für Stadtentwicklung und Umwelt), Ulrich Rheinfeld (Vorstand der FHW Neukölln AG) und Falko Liecke (Stellvertretender Bürgermeister von Neukölln) nehmen den Wärmespeicher gemeinsam in Betrieb.

v. li. Andreas Geisel (Senator für Stadtentwicklung und Umwelt), Ulrich Rheinfeld (Vorstand der FHW Neukölln AG) und Falko Liecke (Stellvertretender Bürgermeister von Neukölln) nehmen den Wärmespeicher gemeinsam in Betrieb.

Ab heute lebt Neukölln das ideale Zusammenspiel von umweltschonender Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien vor:  Die FHW Neukölln AG, deren Hauptaktionär die Vattenfall Europe Wärme AG ist, hat für 12,5 Millionen Euro eine in Berlin einzigartige Technologie-Kombination für die „Wärmewende“ am Weigandufer in Berlin-Neukölln geschaffen. Diese trägt dazu bei, rund 40.000 Wohneinheiten in Neukölln und Kreuzberg auch künftig nachhaltig und sehr effizient mit Wärme zu versorgen.  

Dazu gehören

  • Berlins größter Wärmespeicher
  • vier neue Blockheizkraftwerke (BHKW)
  • eine Power-to-Heat Anlage („Strom zu Fernwärme“) sowie
  • die Umstellung von zwei weiteren BHKW auf Biomethan.  

Der Wärmespeicher erlaubt dem Unternehmen eine optimale Nutzung der umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zur Strom- und Wärmeerzeugung. Denn der 22 Meter hohe Behälter speichert Wärmeenergie in Form von 10.000 Kubikmeter Heißwasser für eine zeitverzögerte Nutzung als Fernwärme. Das reicht aus, um an einem frostigen Wintertag rund 3.250 Haushalte 24 Stunden lang mit Fernwärme zu versorgen. In den Umbau des früheren Heizöltanks hat die Fernheizwerk Neukölln AG rund 2,8 Mio. Euro investiert.  

Durch die zeitliche Entkopplung von Fernwärmeproduktion und -lieferung kann auch dann Strom produziert werden, wenn der für den hocheffizienten KWK-Prozess erforderliche Wärmebedarf der Kunden nicht anliegt. Umgekehrt ist die Wärmeversorgung auch ohne Stromproduktion gesichert.  

Deshalb erleichtern Wärmespeicher auch die Integration der regenerativen Stromerzeugung; denn wenn zum Beispiel im Winter viel Windstrom im Netz vorhanden ist, können verbundene KWK-Anlagen runtergeregelt werden, ohne die Wärmeversorgung zu gefährden. Die in zukunftsgerechten Anlagen benötigte Flexibilität wird in Neukölln ab jetzt nicht nur durch lastabhängiges An- und Abfahren von Erzeugungsanlagen, sondern auch durch Be- und Entladen des Wärmespeichers erreicht. Dadurch werden Ressourcen geschont und der CO2-Ausstoß gesenkt.

Mit dem für rund 8 Mio Euro erweiterten Blockheizkraftwerk-Park verfügt das FHW Neukölln heute über Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 10 Megawatt für die Stromerzeugung und 11,5 Megawatt für die Wärmeerzeugung. Das ermöglicht auf der Stromseite eine Produktion, die dem Bedarf von rund 24.000 Haushalten pro Jahr entspricht.

Die rund 1,7 Mio. Euro teure Power-to-Heat Anlage hat eine elektrische und thermische Leistung von jeweils 10 Megawatt und stellt in Verbindung mit dem Wärmespeicher eine äußerst flexible Einheit dar, die über die Bereitstellung von Regelleistung einen Beitrag zur Stromnetzstabilität leistet. Die Notwendigkeit hierfür ergibt sich aus dem Betrieb der vielen, unstet einspeisenden Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen. Darüber hinaus ist die Power-to-Heat-Anlage die technische Lösung, um erneuerbare Energien in die Fernwärme zu integrieren. Funktionierend wie ein riesiger Tauchsieder ist sie in der Lage, überschüssigen Strom aus regenerativer Erzeugung in Wärme umzuwandeln. Damit unterstützt Power-to-Heat die Energiewende auf unterschiedlichen Ebenen.

Für die FHW Neukölln AG ergeben sich mit der neu installierten Anlagenkonzeption über die Verknüpfung von Strom- und Wärmemarkt neben den positiven Umweltaspekten auch wirtschaftliche Optimierungsmöglichkeiten.

Ulrich Rheinfeld, Vorstand der FHW Neukölln AG, erklärt: „Wir sind stolz auf unsere Neuköllner Wärmewende, haben wir doch unsere spezifischen CO2-Emissionen, gemessen in Tonnen pro Megawattstunde Wärmeabsatz, seit 1990 bereits um über 50 Prozent reduziert. Zudem schaffen wir nun ein ergänzendes System, das Effizienz und Flexibilität weiter steigert und durch den optionalen Ausbau der Regenerativen auf die zukünftigen Anforderungen ausgerichtet ist. Ganz im Sinne unseres Slogans: Heizen mit Vernunft – hat Zukunft“.

Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel: „Wenn Berlin seine Klimaziele erreichen will, brauchen wir umweltfreundliche Erzeugungsanlagen, die eine Integration der Erneuerbaren Energien aus dem Umland gestatten. Und wir brauchen Unternehmen, die trotz der derzeit schwierigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen mutig in diese Technologien investieren. Das Fernheizwerk Neukölln setzt mit Berlins größtem Wärmespeicher hierfür ein beachtliches Beispiel!"

Neuköllns Stellvertretender Bezirksbürgermeister Falko Liecke betont: „Neukölln ist ein Industriestandort mit Tradition. Die Neuköllner Unternehmen haben sich in den letzten Jahren nachhaltig modernisiert. Mit der Inbetriebnahme des Wärmespeichers setzt die Fernheizwerk Neukölln AG ein weiteres markantes Ausrufezeichen für Innovation in dem Gebiet und sichert gleichzeitig die vorhandenen Arbeitsplätze.“

Die Fernheizwerk Neukölln AG dazu trägt bei, die Klimaschutzziele Berlins zu erreichen. Der CO2-Ausstoß in die Berliner Luft kann allein durch die neuen BHKW jährlich um 6.500 Tonnen reduziert werden. Die Optionen der Power-to-Heat-Anlage liegen in der gleichen Höhe.

 

Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Barbara Meifert, Vattenfall GmbH, Telefon +49/30/2 67-14236, presse.berlin@vattenfall.de