Pressemeldungen | 22-07-2016 | 13:56 PM

Förderbrücke im Tagebau Nochten erhält Verjüngungskur

Große Schwinge und Rollentisch werden erneuert / 50.000 Arbeitsstunden sind nötig

Zwei schwergewichtige Baugruppen der Förderbrücke F 60 im Tagebau Nochten werden in den nächsten 13 Wochen komplett erneuert. Statische Berechnungen sowie umfangreiche Messungen hatten ergeben, dass es durch zahlreiche Umbauten und Änderungen in der Vergangenheit mit Auswirkungen auf das Eigengewicht der Förderbrücke zu Spannungsüberschreitungen bei der „Großen Schwinge“ und des darüber liegenden „Rollentisches“ gekommen ist. Zudem steigt bei tiefen Temperaturen das Risiko eines Sprödbruchs aufgrund des bei der Errichtung verbauten Stahls. Die Planung der technologischen Abläufe für dieses Megaprojekt begann bereits im Jahr 2008. Die Fertigung der beiden neuen Baugruppen konnte im Februar und die Vormontage Anfang Juli diesen Jahres abgeschlossen werden, so dass die Montage jetzt in die heiße Phase gehen kann. Bis Ende Oktober werden 547 Tonnen Stahl und über 450 Tonnen Montagehilfsmittel zum Einsatz kommen. Im 4-Schicht-System werden alle Arbeiter auf der Baustelle rund 50.000 Arbeitsstunden leisten. Hauptauftragnehmer ist die Takraf GmbH.

„Wir stehen vor einer großen Aufgabe. Es gilt, ein in diesem Umfang einzigartiges Projekt erfolgreich zu stemmen. Mit Blick auf die Gerätesicherheit haben wir uns für die Umsetzung entschieden“, betont der Tagebauleiter der Tagebaue Nochten und Reichwalde bei Vattenfall, Lutz Mickel, die Wichtigkeit des Projektes. „Zugleich investieren wir mit diesem Millionenprojekt in die langfristige Zukunft des Tagebaus Nochten zur leistungsfähigen Förderung unserer heimischen Braunkohle.“ Die Förderbrücke im Tagebau Nochten ging im Jahr 1974 in Betrieb und hat seitdem rund 3,6 Milliarden Kubikmeter Abraum über ihre Bänder gefördert. So legte sie 800 Millionen Tonnen Braunkohle frei. Der nun beginnende Stillstand der Förderbrücke wird Auswirkungen auf die Kohleförderung im gesamten Revier haben. „Um die Versorgung der Lausitzer Kraftwerke zu sichern, wurde der Stillstand sehr sorgfältig in die Gesamtplanung des Reviers einbezogen“, so Mickel.

Bereits im Februar konnte die von der Stahlbaufirma Plauen Stahl Technologie GmbH gefertigte „Große Schwinge“ in den Tagebau geliefert werden, Mitte Mai wurde der „Rollentisch“ angeliefert. Ehe Anfang September der „Rollentisch“ und die „Große Schwinge“ eingebaut werden können, muss eine Vielzahl an Montagevorbereitenden Arbeiten erfolgen. Unter anderem wurde die im sächsischen Meerane ansässige Firma DFA Industriemontagen GmbH als Unterauftragnehmer für die Montagearbeiten gebunden. Rene Zimpel, Projektleiter bei Vattenfall, betont die Herausforderung, dieses Projekt mit allen Beteiligten erfolgreich durchzuführen: „Wir haben gemeinsam mit unserem Vertragspartner neue Verfahren zur Qualitätssicherung des Projektes eingesetzt, um einerseits im streng vorgegebenen Zeitplan zu bleiben und um andererseits mit einem gemeinsamen Sicherheitskonzept unfallfrei durch die Komplexinstandsetzung an der Förderbrücke zu kommen.“ Am 22. Oktober soll der Förderbrückenbetrieb wieder uneingeschränkt beginnen können.


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