Pressemeldungen | 04-01-2016 | 15:53 PM

Weniger Quecksilber aus Vattenfalls Braunkohlekraftwerken

Neuer nationaler Grenzwert wird vorfristig eingehalten

In Deutschland wird ab dem Jahr 2019 der Emissionsgrenzwert für Quecksilber verschärft. Seit dem Jahr 2004 gilt für bestehende Kohlekraftwerke laut 13. BImSchV ein Quecksilbergrenzwert von 30 µg/Nm³ Abgas im Tagesmittel. Ab 2019 darf der Jahresmittelwert 10 µg/Nm³ nicht übersteigen. In den Braunkohlenkraftwerken von Vattenfall wird bereits heute der ab 2019 geltende Grenzwert eingehalten. Dennoch untersuchen und erproben die Ingenieure von Vattenfall sehr intensiv verschiedenste Technologien zur weiteren Quecksilberreduzierung. „Damit leistet Vattenfall hier einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz“, sagt Hubertus Altmann, Kraftwerksvorstand der Vattenfall Europe Mining AG und Vattenfall Europe Generation AG. 
 
Bei der Reduzierung der Quecksilberemissionen konnte bereits viel erreicht werden. Aus den vom Umweltbundesamt veröffentlichten Emissionsdaten geht hervor, dass die Quecksilberemissionen aus deutschen Kohlekraftwerken seit 1990 auf ca. ein Drittel zurückgegangen sind. Dies ist insbesondere auch auf die in Kohlekraftwerken eingebauten Rauchgasreinigungsanlagen zur Abscheidung von Staub und Schwefeldioxid zurückzuführen, in denen gleichzeitig der überwiegende Teil des Quecksilbers abgetrennt wird. Im Kraftwerk Lippendorf konnte Vattenfall nach dem Test verschiedener Verfahren in mehrjährigen Untersuchungen bereits erfolgreich die jährlichen Quecksilber-Frachten halbieren. Dies wurde durch den zusätzlichen Einsatz von Fällungsmitteln erreicht.   
 
Die Quecksilberemissionen aus Kohlekraftwerken hängen von verschiedenen Einflussgrößen ab. Diese sind zum einen der Quecksilbergehalt in der Kohle, zum anderen die Gehalte von Halogenen wie z. B. Chlor und Brom in der Kohle. Diese führen zu einer Oxidation und damit zu einer besseren Abscheidung des Quecksilbers. Nach den bisherigen Erkenntnissen von Vattenfall lassen sich die an einem Standort bewährten Technologien durch brennstoff- und anlagentechnische Besonderheiten nicht ohne weiteres auf andere Standorte übertragen. Deshalb werden für jedes Kraftwerk angepasste Methoden oder Verfahrenskombinationen entwickelt.
 
„Wir stellen uns der Verantwortung zur Minderung von Umwelteinflüssen und nehmen die damit verbundenen Herausforderungen für unseren Kraftwerkspark an. Wir sind zuversichtlich, dass wir sie meistern werden“, sagte Hubertus Altmann weiter. „Vattenfall betreibt bereits seit Jahren Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur langfristigen Reduzierung von Quecksilber-Emissionen im Kraftwerksprozess und kann auf dieses Know–How setzen.“
 
Bei dem Prozess der bestmöglichen Emissionsreduzierung wird Vattenfall von Seiten der Wissenschaft, darunter renommierter deutscher Universitäten, sowie von Unternehmen des Anlagenbaus unterstützt. Gemeinsam mit den verschiedenen Partnern werden für die einzelnen Standorte die erfolgversprechendsten Minderungstechnologien identifiziert, um diese in den nächsten Jahren zu erproben und in den Kraftwerksprozess zu integrieren.
 
Unter anderem laut Informationen des Bundesumweltamtes sind von 7.500 Tonnen, die jährlich global emittiert werden, 2.250 Tonnen (30 Prozent) anthropogen, also von Menschen verursacht. Davon stammen etwa 800 Tonnen aus Kohle-Kraftwerken, was annähernd einen Anteil von einem Neuntel an der globalen Menge ausmacht.  Von der Gesamtmenge der Kraftwerksemissionen weltweit,  sind den von Vattenfall  in Deutschland betriebenen Braunkohlekraftwerken wiederum 1,3 Tonnen (veröffentlichter Wert für 2013) zuzuordnen. Das entspricht einem Anteil von etwa einem Sechstausendstel an den globalen Quecksilberemissionen.
 

 
 
 
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Thoralf Schirmer, Vattenfall GmbH, Pressesprecher Lausitz, Media Relations Cottbus
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