Pressemeldungen | 16-11-2017 | 12:01 PM

Vattenfall-Pumpspeicherwerk Wendefurth wird 50

Speicher ist technisch fit für die Energiewende / Entwicklung am Strommarkt belastet jedoch Wirtschaftlichkeit der Pumpspeicher stark

Luftaufnahme des Pumpspeicherwerks Wendefurth

„Happy Birthday, Energiespeicher!" Das Pumpspeicherwerk (PSW) Wendefurth im Harz feiert am 19. November 2017 sein 50-jähriges Dienstjubiläum. Das PSW Wendefurth ist die einzige Anlage dieser Art
in Sachsen-Anhalt. Am 19.11.1967 ging der Pumpspeichersatz 1 in den Dauerbetrieb. Die Anlage verfügt über zwei Pumpspeichersätze mit einer installierten Leistung von zusammen 80 Megawatt. 

Im Zeitraum von 2012 bis 2014 hat Vattenfall das PSW Wendefurth von Grund auf modernisiert und hierfür rund 40 Millionen Euro investiert. So konnte unter anderem der Pumpspeicherwirkungsgrad der Anlage auf 76 Prozent gesteigert werden. Damit ist das PSW Wendefurth für die kommenden Jahrzehnte technisch fit für die Anforderungen der Energiewende. Es fungiert als Garant für die Stabilität des Stromnetzes und dient als Speicher für die wetterabhängige, schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne.

Hierzu sagt Peter Apel, Geschäftsführer der Vattenfall Wasserkraft GmbH: „Wir freuen uns natürlich über das 50-jährige Dienstjubiläum unseres Pumpspeichers Wendefurth, zugleich sehen wir dieses Jubiläum jedoch mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits sind Pumpspeicher ein ganz wichtiger Eckpfeiler für das Gelingen der Energiewende, denn sie sind derzeit die einzigen Anlagen, die überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien in Größenordnungen aus dem deutschen Stromnetz aufnehmen und speichern können. Andererseits stehen unsere Anlagen unter sehr hohem wirtschaftlichen Druck, gerade weil der Anteil der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien weiter wächst und in Konkurrenz zur Stromerzeugung aus Wasserkraft steht. Insofern sind die Pumpspeicher nach wie vor die Stiefkinder der Energiewende. Sowohl die Rahmendaten am Strommarkt, als auch regulatorische Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass diese Anlagen seit Jahren nicht wirtschaftlich arbeiten können.“

Vattenfall hat deshalb seit Herbst 2016 eine Analyse gestartet mit dem Ziel, seine deutsche Wasserkraftsparte wieder zurück in die Gewinnzone zu führen. Trotz dieser Schwierigkeiten leisten Pumpspeicher täglich einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende und zum
Funktionieren des deutschen Strommarktes. Durch ihren Einsatz tragen PSW dazu bei, in Zeiten großer Stromnachfrage schnell den Bedarf abzudecken und so Preisspitzen auf dem Strommarkt zu verringern. In Zeiten eines Überangebots können PSW große Mengen Strom kurzfristig einspeichern, wodurch negative Preise auf dem Strommarkt vermieden werden können. Durch ihre netzregulierende Funktion tragen Pumpspeicher zudem dazu bei, den Netzausbaubedarf zu verringern.

Hinweis an die Redaktionen:
Bilder des Pumpspeicherwerks Wendefurth finden Sie zum kostenlosen Download auf Vattenfall Newsroom Pressefotos unter dem Suchbegriff "Wendefurth".

 

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Lutz Wiese, lutz.wiese@vattenfall.de, Vattenfall GmbH, Tel.: +49 30 8182 2332

 

Pumpspeicher sichern die Energiewende 

Pumpspeicherwerke (PSW) spielen für die Energiewende eine entscheidende Rolle als Speicher für Strom aus Erneuerbaren Energien und für die Netzstabilität. Sie helfen, Schwankungen bei der stark anwachsenden Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auszugleichen. Durch ihre hohen Reaktionsgeschwindigkeiten tragen PSW maßgeblich zur Sicherheit und Stabilität des deutschen Stromnetzes bei. Sie sind die derzeit einzigen im großtechnischen Maßstab verfügbaren Speicher für überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien. Zudem gehören PSW zu den wenigen Anlagen, die schwarzstartfähig sind. Das bedeutet, dass PSW im Falle flächendeckender Stromausfälle ohne Hilfe von außen Strom erzeugen und so eine geregelte Stromversorgung im Land wieder aufbauen können.

Über Vattenfalls Wasserkraftsparte in Deutschland 

Die Ursprünge des schwedischen Vattenfall-Konzerns liegen in der Stromerzeugung aus Wasserkraft – Vattenfall heißt auf Deutsch Wasserfall. Im Jahr 2016 hat Vattenfall rund 35 Prozent seiner gesamten Stromerzeugung aus Wasserkraft produziert. In Deutschland betreibt Vattenfall insgesamt 12 Wasserkraftwerke mit einer installierten Leistung von rund 3.000 Megawatt (MW), im wesentlichen Pumpspeicherwerke und kleinere Laufwasserkraftwerke. Bezogen auf die gesamte Pumpspeicher-Leistung in Deutschland von rund 7.000 MW hält Vattenfall hier einen Marktanteil von rund 40 Prozent. Zum Anlagenbestand von Vattenfall gehören die beiden größten deutschen Pumpspeicherwerke, Markersbach im Erzgebirge mit 1.050 MW sowie Goldisthal in Thüringen mit 1.060 MW.

Über den Pumpspeicher Wendefurth 

Das Pumpspeicherwerk Wendefurth ist 1967 in Betrieb gegangen (Baubeginn war 1960). Von 1967 bis 2012 war die Anlage dann 45 Jahre ununterbrochen im Einsatz, bis es 2012 zur ersten Hauptrevision kam. Vattenfall hat in diesem Zeitraum rund 40 Millionen Euro in die komplette Ertüchtigung der Anlage investiert. Im Jahr 2014 ging die Anlage wieder ans Netz und soll planmäßig weitere 40 Jahre lang laufen. Wasserkraftwerke sind eine sehr gut bekannte, jahrzehntelang erprobte und zuverlässige Technik, zudem können Wasserkraftwerke im Vergleich zu anderen Technologien ein sehr hohes Lebensalter erreichen.

Bau des Maschinenhauses (links) und Triebwasserleitung (rechts) ca. 1965

Der Bau des Maschinenhauses (links) und der Triebwasserleitung (rechts) ca. 1965