Pressemeldungen | 20-03-2012 | 10:00 AM

13.000-Tonnen-Koloss fährt in neues Teilfeld

Umsetzung der Förderbrücke F60 geht mit aufwändiger Reparatur einher  

Präzise und ohne Zwischenfälle ist der 500 Meter lange Rumpf der 13.000 Tonnen schweren Abraumförderbrücke F60 im Tagebau Welzow Süd am heutigen Montag in das Südfeld zwischen den Ortslagen Neupetershain und Welzow eingefahren. Innerhalb von fünf Stunden legte die Hauptbrücke die Strecke von 2000 Metern über zwei eigens dafür gebaute Transportrampen zum neuen Einsatzort zurück. Dabei musste ein Höhenunterschied von etwa 20 Metern überwunden werden. „Eine solche Fahrt sieht vielleicht unspektakulär aus, für unsere Bergleute und Ingenieure ist sie aber Präzisionsarbeit, die jedem höchste Konzentration abfordert", sagte Denise Arnold, Operativingenieurin F60, nach dem erfolgreichen Abschluss der Umsetzung der Förderbrücke. „Die Besonderheit liegt darin, dass die Ausfahrrampen in einem Kurvenradius liegen, der für die Fahrwerke der Förderbrücke technisch gerade noch machbar ist. Die kleinste Gleisverwerfung kann zum Problem werden und zu Verzögerungen des Transportes führen."

Mit den Vorbereitungen für den Tag der Brückenfahrt war bereits vor Monaten begonnen worden. Zunächst wurde Anfang November 2011 der Bagger 1289 abgekoppelt und die 150 Meter lange Zubringerbrücke demontiert und verschrottet. Die F60 wird so bezeichnet, weil sie Abraum in zwei Schnitten mit einer Mächtigkeit von bis zu 60 Metern im Hochschnitt und im Tiefschnitt gewinnen kann. Auf Grund der technologischen Gegebenheiten im Südfeld sind Abtragsmächtigkeiten von etwa 40 - 55 Meter bis zum Kohleflöz vorhanden. Damit kommt die F60 ohne Zubringerbrücke und dritten Bagger aus.

Die verbleibenden Eimerkettenbagger 1307 und 1308 sind Mitte Februar von der Förderbrücke abgekoppelt worden, ebenso wie die angeschlossenen Baggerquerförderer. Der Bagger 1307 trat daraufhin am 21. Februar mit Hilfe eines Notstromaggregats seine Reise zum Reparaturplatz im Südfeld an. Schwerpunkt der Reparatur ist der Wechsel der Eimerrinne – eine Großmaßnahme, die etwa alle 20 Jahre an einem Eimerkettenbagger durchgeführt werden muss.

Die Reparatur der Hauptbrücke, in deren Vordergrund die allgemeine Instandhaltung und der Aufbau einer neuen Bekiesungseinrichtung steht, erfolgte größtenteils im alten Teilfeld. Hier wird auch der Bagger 1308 überprüft und instandgesetzt. Er soll der Hauptbrücke im April ins Südfeld folgen.

Anfang Mai soll die F60 von Welzow-Süd ihre Arbeit wieder aufnehmen. Bis dahin, so versichert Tagebauleiter Andreas Redlich, kann das nahe gelegene Kraftwerk Schwarze Pumpe ausreichend mit der Restkohle aus der 3,3 Kilometer langen Grube im alten Teilfeld versorgt werden, die größtenteils von der Abraumförderbrücke vor ihrer Umsetzung ins Südfeld freigelegt wurde. Allein für den März ist eine Gesamtfördermenge von 1,3 Millionen Tonnen Braunkohle geplant.

Die Förderbrückentechnologie im Lausitzer Revier kann auf eine etwa neunzigjährige Tradition zurückblicken. Die Entwicklung begann in den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts und fand ihren Höhepunkt mit dem Typ F60 Anfang der 1970er Jahre im Tagebau Welzow-Süd. Die Großgerätetechnik war speziell für den effizienten Abbau von flächig liegenden Braunkohleflözen in der Lausitz entwickelt worden. In Deutschland existieren lediglich fünf Förderbrücken vom Typ F60, von denen noch vier in der Lausitz aktiv sind.

Förderbrücke

 

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