Pressemeldungen | 13-09-2012 | 00:00 AM

Deutschlands größtes Pumpspeicher-Kraftwerk Goldisthal feiert 10-jähriges Jubiläum

PSW wichtiger denn je für Netzstabilität und Erneuerbare Energien

Deutschlands größtes und modernstes Pumpspeicher-Kraftwerk (PSW) im Thüringischen Goldisthal feiert sein 10-jähriges Betriebsjubiläum. Aus diesem Anlass trafen heute in Goldisthal Vertreter der Thüringischen Landesregierung mit Vertretern des Betreiberunternehmens Vattenfall sowie zahlreichen Gästen aus Wirtschaft und Politik zu einer Geburtstagsfeier für Vattenfalls Flagschiff in punkto Wasserkraft zusammen. In seinen Grußworten betonte Roland Richwien, Staatssekretär des Thüringer Umweltministeriums: „Thüringen hat im Energiebereich ambitionierte Ziele: Wir wollen den Anteil der erneuerbaren Energie am Nettostromverbrauch von derzeit 22 Prozent auf 45 Prozent erhöhen. Die Energiespeicherung wird zu einer zentralen Frage der Energiewende. Das Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal leistet dazu einen entscheidenden Beitrag.“

Das PSW Goldisthal verfügt über eine installierte Leistung von 1.060 Megawatt (MW). Dies entspricht etwa der Leistung eines konventionellen Kohlekraftwerks. Seit seiner Inbetriebnahme hat Goldisthal bisher mehr als zwölf Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt. Rechnerisch genügt diese Strommenge, um den Jahresbedarf von rund 3,5 Millionen deutschen Haushalten zu decken. Pumpspeicherkraftwerke zeichnen sich durch besonders hohe Flexibilität aus. Sie können in Zeiten geringer Nachfrage große Strommengen aus Erneuerbaren Energien aufnehmen und speichern. Zudem leisten sie durch ihre schnelle Regelfähigkeit einen erheblichen Beitrag zur Stabilität des deutschen Stromnetzes. Die Bedeutung von PSW als Stützpfeiler der Energiewende wird damit weiter wachsen.

Die Rolle des Pumpspeicher-Kraftwerks Goldisthal für die Stabilität des Stromnetzes unterstrich Boris Schucht, Geschäftsführer der 50Hertz Transmission GmbH: „Mit der rasanten Zunahme an volatiler Stromerzeugung mit Einspeisevorrang und begrenzten Transportkapazitäten wird das Netz immer öfter auf Kante gefahren. Versorgungssicherheit wird in Zeiten des Umbaus des Energiesystems immer mehr zu einem knappen, öffentlichen Gut, dessen Aufrechterhaltung deshalb auch immer mehr Aufwand nötig macht. PSW wie das in Goldisthal spielen hier eine sehr wichtige Rolle für die Netzstabilität.“

Erst im März 2012 konnte das PSW Goldisthal diese Rolle eindrucksvoll unter Beweis stellen, als es im ostdeutschen Übertragungsnetz aufgrund hoher Einspeisungen von Windstrom und dem Ausfall einer Stromübertragungsleitung zu einer so genannten „kritischen Netzsituation“ kam.

Allerdings stehen bestehende Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen teilweise vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen, die Investitionen in den Erhalt dieser bewährten Technologie in Zukunft fraglich erscheinen lassen. Hierzu sagt Gunnar Groebler, Leiter der Business Unit Hydro Germany bei Vattenfall: „Die Bedeutung von PSW für die Energiewende muss anerkannt werden. Regulatorische Bedingungen müssen auch in Zukunft einen wirtschaftlichen Betrieb und stabile Rahmenbedingungen sichern – und, wenn nötig, angepasst werden.“

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