Pressemeldungen | 06-06-2013 | 13:00 PM

Erinnerungen an Urwald Weißwasser werden bewahrt

Blutbuchenstamm und Gedenksteine sind gesichert / 1700 Hektar Bergbaufolgelandschaft südlich von Weißwasser sind dem Naturschutz vorbehalten

Der Stamm der kulturhistorisch wertvollen Blutbuche von der Jagschlosswiese im Urwald Weißwasser ist heute mit moderner Technik entrindet worden. Damit bleibt der Stamm für die Zeit bis zur weiteren Verwendung sicher erhalten. Die Menschen aus den Umsiedlergemeinden des Tagebaus Nochten werden darüber entscheiden, wo er seinen Platz in Zukunft finden soll. Erste Untersuchungen haben ergeben, dass der Baum zum Zeitpunkt des Fällens im November letzten Jahres etwa 155 Jahre alt war. Annahmen, die davon ausgegangen waren, dass Fürst Pückler diesen Baum gepflanzt habe, scheinen somit widerlegt, da der Fürst die Standesherrschaft Muskau im Jahr 1845 verkauft hat. Zu Zeiten der Pflanzung um etwa 1860 war das Anwesen im Besitz des Prinzen Friedrich der Niederlande.

„An den Wäldern, Bäumen und Geschichten, die mit dem Jagdschloss Weißwasser verbunden sind, nehmen viele Menschen, die hier in der Region leben und hier groß geworden sind, einen großen Anteil. Somit sehen wir es als unsere Verantwortung an, diese Geschichten und Erinnerungswerte zu überliefern“, sagte der Revierförster der Vattenfall Europe Mining AG, Olaf Hanspach, im Vorfeld der Entrindung. „Unser Ziel ist es, nach dem Bergbau eine Landschaft entstehen zu lassen, in der diese Erinnerungswerte wieder lebendig werden.“ So ist geplant, Mitte der 2020er Jahre unter anderem die Jagdschlosswiese in den Wäldern der Bergbaufolgelandschaft anzulegen und historische Forstabteilungssteine sowie Gedenksteine ebenfalls in die rekultivierten Flächen zu integrieren.

Erste Erinnerungssteine wurden bereits aus dem Urwald Weißwasser geborgen. Dazu zählen der Gedenkstein des Jagdschlosses sowie der Gedenkstein der Protestantin in der Nähe der Weißwasser Wiese. Beide wurden vorübergehend am neuen Rastplatz Mühlrose, der im Mai dieses Jahres am Bahnübergang Mühlrose entstanden ist, zwischengelagert. Ebenfalls geborgen ist der Wolfsstein, der im Moment auf der Spreyer Höhe zwischengelagert ist. Noch geborgen werden müssen, der Müllerstein, Wegweisersäulen und Forstabteilungssteine. Das Hubertuseck bleibt bis zur Inanspruchnahme durch den Tagebau erhalten und wird durch Vattenfall gepflegt. Auch der Boden der Jagdschlosswiese wird in die Bergbaufolgelandschaft eingebracht werden.

In der Bergbaufolgelandschaft des Tagebaus Nochten ist als Ausgleich für den Eingriff in Natur und Landschaft ein etwa 1700 Hektar großes Gebiet südlich von Weißwasser dem Naturschutz vorbehalten. Das in zwei Teile gegliederte Areal wird im Osten durch gehölzstrukturiertes Offenland geprägt, das dem Birkhuhn Lebensraum bieten soll. Im Westen werden die für Weißwasser typischen Wälder mit ihrem Arteninventar wieder entstehen. Schützenwerte Pflanzen aus dem Urwald Weißwasser wie das Moorreidgras, Orchideen, Wollgras, Sonnentau, Torfmoose oder viele andere Arten werden in die Bergbaufolgelandschaft eingebracht, so zum Beispiel in das Moorinitial am Südufer des entstehenden Hermannsdorfer Sees .

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen ist:
Kathi Gerstner,
Vattenfall GmbH, Pressesprecherin,
Media & Public Relations Cottbus
Telefon 0355 2887 3010, Fax 0355 2887 3066,
kathi.gerstner@vattenfall.de