Pressemeldungen | 09-11-2011 | 09:00 AM

Internationale Initiative der Holzpellet-Einkäufer arbeitet an einheitlichen Nachhaltigkeitskriterien zur Biomassebeschaffung


Die Initiative der europäischen Holzpellet-Einkäufer (Initiative of Wood Pellet Buyers, IWPB) arbeitet an einheitlichen Kriterien, die zur Beschaffung der Holz-Pellets benötigt werden. In einer gemeinsamen Sitzung, die auf Einladung von Vattenfall in Berlin stattfand, wurde an den Nachhaltigkeitskriterien und entsprechenden Indikatoren gearbeitet. Diese einheitlichen Nachhaltigkeitsstandards sollen die diversen Selbstverpflichtungen ablösen, die einzelne industrielle Pellethersteller angesichts fehlender gesetzlicher Vorgaben auf europäischer Ebene entwickelt haben.

Dr. Hans Dieter Hermes, Leiter der Biomasse Entwicklung bei Vattenfall betont die Bedeutung, die so ein Beschluss für die Pelletbranche weltweit hätte: "Getrieben von den Aktivitäten der großen Energieerzeuger wie GDF Suez, Electrabel, RWE und Vattenfall wird der europäische Pelletmarkt eine immer größere Bedeutung bekommen. Gemeinsame Nachhaltigkeitskriterien der großen europäischen Pelleteinkäufer haben gute Chancen weltweit umgesetzt und angewandt zu werden. Vom kanadischen Pelletherstellerverband gibt es dazu bereits ganz klare Signale."

Wesentliche Kriterien eines gemeinsamen Nachhaltigkeitskataloges wären unter anderem die Erhaltung der Biodiversität, der Schutz des Bodens, des Wassers und der Luft vor negativen Veränderungen, die Vermeidung von Konkurrenzen zur örtlichen Nahrungsmittelproduktion und die strenge Einhaltung sozialer Standards.

Eine Grundlage der aktuellen Beratungen des Verbandes ist unter anderem der zwischen Vattenfall und dem Land Berlin im April 2011 geschlossene Vertrag über nachhaltig beschaffte Biomasse. Es ist die europaweit erste verbindliche bilaterale Vereinbarung über nachhaltige Beschaffung von Biomasse, die ein großer Energieversorger mit einer staatlichen Stelle geschlossen hat.

Hans Hermes hält diese Vereinbarung für eine gute Grundlage: "In unserem Vertrag mit dem Land Berlin steckt bereits eine Menge Arbeit, die sich jetzt auch für den IWPB auszahlt. Vattenfall hat gezeigt, dass sich beim Thema Biomassenutzung ein Commitment mit der Politik und die unternehmerische Notwendigkeit, verbindliche Rahmenbedingungen für alle wirtschaftlichen Aktivitäten zu haben, nicht ausschließen. Die Umsetzung eines solchen Vertrages in der Praxis bedeutet intern, die Kolleginnen und Kollegen unserer internationalen Sourcingprojekte, vom Handel und lokaler Beschaffung in den verschiedenen Ländern gleichermaßen mitzunehmen. Damit sind wir auch beim IWPB ein gefragter Gesprächspartner für die praktische Umsetzung. Wenn es dem IWPB gelingt sich im Sinne der Berliner Nachhaltigkeitsvereinbarung ambitionierte und nachprüfbare Kriterien aufzuerlegen, ist das ein großer Schritt, für eine stärkere Nutzung der Holzpellets, die aus Sicht des globalen Klimaschutzes unbedingt notwendig ist.“

Teilnehmer der Initiative of Wood Pellet Buyers sind Dong Energy, DRAX International, Electrabel, E.on, Laborelec (GDF Suez), RWE, RWE/Essent und Vattenfall. Die Unternehmen decken in Europa 70 Prozent des Biomassemarktes ab. Unterstützt wird der Verband unter anderem von internationalen Zertifizierungsstellen.


Ansprechpartner für weitere Informationen:
Hannes Hönemann, Vattenfall Europe AG,
Telefon +49/30/2 67-1 41 86, Fax +49/30/2 67-1 08 05,
presse.berlin@vattenfall.de