Pressemeldungen | 13-09-2013 | 08:27 AM

Mehr Rotbauchunken nach Spreeauen-Renaturierung

Größtes Brandenburgisches Fluss-Renaturierungsprojekt erfolgreich realisiert

Wo einst nördlich von Cottbus die Spree eingedeicht, monoton und strukturarm geflossen ist, schlängelt sie sich heute nach sieben Jahren der Umgestaltung mäandrierend, mit Platz zum Ausbreiten entlang neu geschaffener Uferzonen auf ihrem Weg Richtung Burg Spreewald. Damit steht die Renaturierung der Spreeaue als größte Kompensationsmaßnahme im Verfahren zur Gewässerstilllegung der Lakomaer Teiche in diesem Jahr kurz vor ihrem erfolgreichen Abschluss. Etwa 400 Hektar Fläche und elf Kilometer Flusslauf wurden zwischen Döbbrick und Schmogrow naturnah gestaltet. Insgesamt hat Vattenfall auf über 530 Hektar den durch das Fortschreiten des genehmigten Tagebaus Cottbus-Nord bedingten Eingriff in das 130 Hektar große FFH-Gebiet der Lakomaer Teiche ausgeglichen.

Den Erfolg der Arbeiten bescheinigen die Monitoringergebnisse. „Die bisher vorliegenden Auswertungen belegen, dass es trotz der Kürze der Zeit gelang, die hohen Kompensationsziele zu erreichen. Besonders erfreulich ist, dass die Populationszahl der gefährdeten Art Rotbauchunke mit der Umsiedlung in die Spreeaue sogar gestiegen ist“, so Ingolf Arnold, Leiter Geotechnik bei Vattenfall. Mehr als 75.000 Rotbauchunken und weitere 105.000 Amphibien wurden zwischen 2007 und 2010 jeweils im Frühjahr und Herbst aus den Lakomaer Teichen umgesetzt. Davon wurden 150.000 Tiere in die im Jahr 2007 geschaffenen acht neuen Spreeauen-Teiche umgesiedelt. Landwirtschaftliche Flächen im Umfeld der neuen Teiche werden seit 2007 mit Aueroxen, Tarpanen und Wasserbüffeln extensiv beweidet.

Im Zuge der Umgestaltung des Flusslaufes wurden 45 Hektar neue Überflutungsflächen durch die Rückverlegung bestehender Deiche geschaffen. Auch durch das Absenken der Uferzonen konnten 14 Hektar neuer Überflutungsflächen gewonnen werden, die im Falle eines Hochwassers deutlich zur Entlastung der Deiche beitragen. So auch beim letzten Hochwasser im Juni 2013. „Der rückverlegte Deich sowie die gesamte neugeschaffene Spreeaue haben ihre erste größere Belastungs- und Funktionsprobe erfolgreich überstanden und einen möglichen Deichbruch in Höhe der Ortslage Dissen-Striesow mit verhindert. Nun ist dauerhaft zu sichern, dass sich die renaturierte Flussauenlandschaft ökologisch voll funktionsfähig entwickelt, vergleichbar dem Lakomaer Teichgebiet“, schätzt Wolfgang Genehr vom Brandenburgischen Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz ein.

Als letzte große Maßnahme wird am Samstag, 21. September 2013, um 11.00 Uhr ein alter Flussarm in Höhe der Fehrower Brücke wieder an die Spree angeschlossen. Gemeinsam mit der Bevölkerung begeht Vattenfall an diesem Tag den Abschluss der Renaturierungsarbeiten. „Von Beginn an hatten wir die Mehrzahl der Bürger, die in diesem Gebiet leben, an unserer Seite. Viele haben uns unterstützt und standen dem Projekt aufgeschlossen gegenüber“, freut sich Ingolf Arnold über die Zustimmung. So wird auf Initiative der Gemeinde Dissen-Striesow die Spreeaue am Nachmittag zum Schauplatz des sorbischen Erntebrauches Superkokot.

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