Pressemeldungen | 08-11-2012 | 00:00 AM

Neuer Vattenfall Technikstandard optimiert Einsatz dezentraler Energie

Erstes Blockheizkraftwerk mit VHP-Ready 3.0 in Betrieb

Die Inbetriebnahme des neuen Blockheizkraftwerks (BHKW) in Berlin-Spandau hilft nicht nur der Charlottenburger Baugenossenschaft bei der effizienten Erzeugung von Strom und Wärme für ihre Wohnungsnutzer. In der Steuerungseinheit des BHKW ist ein technischer Durchbruch versteckt: VHP-Ready (Virtual Heat and Power ready) 3.0 ist ein neuer Standard zur Steuerung dezentraler Anlagen im Virtuellen Kraftwerk.

Das bedeutet, die dezentralen Anlagen sind schneller als bisher zu steuern. Der neue Technikstandard ermöglicht erstmals, Strom aus BHKW im Virtuellen Kraftwerk von Vattenfall als Sekundärregelleistung an den jeweiligen Übertragungsnetzbetreiber zu verkaufen. Mit dieser innerhalb von fünf Minuten zur Verfügung stehenden Sekundärregelleistung gleicht der Übertragungsnetzbetreiber kurzfristig auftretende Schwankungen im Stromnetz aus. Die Produktion von BHKW-Strom kann bei Stromspitzen im Netz, z.B. aus Windenergie, kurzfristig reduziert werden. So entsteht im Stromnetz Raum für Strom aus Windenergie: Erneuerbare Energien sind damit noch besser als bisher in die Stromversorgung integrierbar.

Das Spandauer Blockheizkraftwerk ergänzt einen bestehenden 400 Kilowatt Heizungskessel um eine elektrische Leistung von 50 Kilowatt elektrisch und 80 Kilowatt thermisch. Dazu kommen zwei 850-Liter Pufferspeicher. Sie sorgen dafür, dass die angeschlossenen 110 Wohneinheiten jederzeit soviel Wärme bekommen, wie sie benötigen. Die Bewohner profitieren von der Vermarktung des Stroms durch einen günstigen Wärmepreis.

Eigentümer des BHKW ist Vattenfall. Der Kunde, die Charlottenburger Baugenossenschaft eG, zahlt für die Wärmebereitstellung lediglich einen festen Grundpreis sowie für die verbrauchte Wärme einen Arbeitspreis.

VHP-Ready ermöglicht die Einbindung von Anlagen in das Virtuelle Kraftwerk von Vattenfall. VHP-Ready 3.0 umfasst die verschiedenen Anforderungen hinsichtlich Systemkonfiguration sowie notwendiger Steuerungs- und Messelemente. Der Vattenfall-Standard ist herstellerunabhängig und bietet die Einbindung unterschiedlicher Technologie, wie z.B. BHKW, Wärmepumpe, Batteriespeicher u.a. Zukünftig sollen alle im Virtuellen Kraftwerk angeschlossenen Anlagen den Standard VHP-Ready 3.0 erfüllen.

 

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:

Steffen Herrmann, Vattenfall Europe AG, Pressesprecher, Media Relations Germany
Telefon 030 8182 2321, Fax 030 8182 2315,
steffen.herrmann@vattenfall.de

Über das Virtuelle Kraftwerk
Im Virtuellen Kraftwerk kombiniert Vattenfall Blockheizkraftwerke und Wärmepumpen zu einem vernetzten, flexibel regelbaren und zentral gesteuerten Anlagensystem. Ziel ist es dabei, erneuerbare Energien besser in die Strom- und Wärmeversorgung zu integrieren. Das Virtuelle Kraftwerk ist in der Lage, während der Wärmeproduktion mit den angeschlossenen Blockheizkraftwerken (BHKW) sowohl Strom zu produzieren als auch über die Wärmepumpen gezielt regenerativen Strom zu verbrauchen und in Form von Wärme zu speichern. Im Oktober 2010 hat Vattenfall das Virtuelle Kraftwerk mit den ersten 15 Anlagen in Betrieb genommen. Die Überwachung und Steuerung der dezentralen Anlagen erfolgt aus der Vattenfall Wärmeleitwarte, über die auch die großen Kraftwerke gesteuert werden. Im Anlagenverbund befinden sich derzeit Wärmepumpen der Größenklassen 10 bis 25 Kilowatt thermisch und Blockheizkraftwerke mit einer Leistung von 5,5 bis 2.000 Kilowatt elektrisch. Aktuell werden über die an das Virtuelle Kraftwerk angeschlossenen Anlagen 100.000 Wohneinheiten mit Wärme versorgt.