Pressemeldungen | 08-11-2011 | 10:00 AM

Prognos bescheinigt Braunkohle hohe Zukunftsfähigkeit

CCS ist für Klimaschutz und Wertschöpfung gleichermaßen bedeutend

Auf dem Weg zu einem klimafreundlichen, versorgungssicheren und preisstabilen Energiemix der Zukunft kann die Braunkohleindustrie in der Lausitz und in Mitteldeutschland langfristig eine Schlüsselrolle als Partner der erneuerbaren Energien spielen. Zugleich hat sie das Potenzial, noch über viele Jahrzehnte mit Milliardeninvestitionen und Zehntausenden Arbeitsplätzen die ostdeutsche Wirtschaft zu stärken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Prognos AG, die am Dienstag in Cottbus vorgestellt wurde. Im Auftrag von Vattenfall und der MIBRAG mbH hat sie verschiedene Szenarien der Energiewende in Deutschland miteinander verglichen und den jeweiligen Einfluss auf die regionalwirtschaftliche Bedeutung untersucht.

Die Braunkohlenindustrie sichert derzeit direkt und indirekt rund 33.500 Arbeitsplätze in Ostdeutschland. Allein in Brandenburg hängen 16.000, in Sachsen 10.500 Beschäftigte an diesem heimischen Bodenschatz. Als Auftraggeber und Investor ist die Braunkohlenindustrie mit einer Wertschöpfung von 2,4 Milliarden Euro im Jahr einer der bedeutendsten regionalen Wirtschaftsmotoren.

Diese Rolle kann, so die Prognos-Studie, die Braunkohle auch langfristig beibehalten. Der deutlich positivste Effekt in Bezug auf die regionale Wertschöpfung einerseits, den Klimaschutz, die Entwicklung des Strompreises und die Netzstabilität andererseits, zeigt sich demnach auch in einem Szenario, das mittelfristig die Einführung der CCS-Technologie im kommerziellen Kraftwerksbetrieb voraussetzt. „Aus energiewirtschaftlicher Sicht bedeutet dies, dass sich ein ambitionierter Klimaschutz, erneuerbare Energien und Braunkohlenutzung sehr gut miteinander vereinbaren lassen. Dabei wird die Einführung der CCS-Technik für Braunkohle erst nach 2030 notwendig", stellte Jens Hobohm, Marktfeldleiter Energiewirtschaft der Prognos AG, während der Präsentation der Studie fest.

Mit einer Energiepolitik, die auf heimische Energieträger wie erneuerbare Energien und Braunkohle setzt, könne die Importabhängigkeit Deutschlands in der Brennstoffversorgung von heute 56 Prozent auf 12 Prozent im Jahr 2050 reduziert werden. Dies würde sich positiv auf die Strompreise auswirken, die dann niedriger lägen als in anderen Szenarien, bei denen die Braunkohle eine geringere Rolle spielt.

Selbst bei einem vorübergehend hohen Braunkohlenanteil im Energiemix, der notwendig werden könnte, um die Lücke zwischen dem Wegfall der Kernenergie in Deutschland und dem Wachstum der erneuerbaren Energien auszufüllen, gebe es laut Prognos Wege zu einer deutlichen Reduktion der CO2-Emissionen in der deutschen Stromerzeugung. „Voraussetzung für eine energiewirtschaftliche Zukunft mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien und Braunkohle mit Kohlendioxidabscheidung ist die Bereitstellung einer Infrastruktur sowie ausreichender Speichermöglichkeiten für Kohlendioxid. Hierfür sind im europäischen Konsens Eingriffe des Staates notwendig, um die Anwendung von CCS zu befördern", sagte Jens Hobohm.

Dieses Szenario biete darüber hinaus die besten Aussichten für die ostdeutsche Wirtschaft. „Mit der breiten Einführung von CCS wäre bis 2030 eine Verdoppelung der Investitionen und laufenden Ausgaben verbunden, während es andernfalls zu einer Halbierung käme", so Hobohm weiter.

Dr. Hartmuth Zeiß, Vorstandsvorsitzender der Vattenfall Europe Mining AG und der Vattenfall Europe Generation AG, betonte in diesem Zusammenhang, dass die Verantwortung für eine auch in der Zukunft sichere und bezahlbare Energieversorgung nicht nur den Energieunternehmen zugewiesen werden könne. Sie müsse von Bundes- und Landespolitik ebenso übernommen werden wie von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen. „Auch wenn die weiterhin unklare Lage zur CCS-Gesetzgebung in Deutschland unsere Pläne für eine Demonstrationsanlage in Jänschwalde gefährdet, sind wir davon überzeugt, dass sich CCS in den nächsten Jahrzehnten als notwendige Klimaschutztechnologie weltweit durchsetzen wird", sagte Zeiß. „Es ist unser aller Aufgabe, auch in Deutschland einen gesellschaftlichen Konsens für die wirtschaftliche und sichere Speicherung des CO2 zu erreichen."

Prognos weist zudem darauf hin, dass ein nicht zeitgerechter Netzausbau für den steigenden Anteil von erneuerbaren Energien mittelfristig zu höheren Kohlendioxid-Emissionen und Strompreisen führen würde. Braunkohle kann als wichtiges Regulativ zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit beitragen. Aktuell liegt der Anteil der Braunkohle an der deutschen Bruttostromerzeugung mit rund 24 Prozent deutlich über dem Anteil an der installierten Leistung von rund 14 Prozent. Dieser Vergleich verdeutlicht die Bedeutung der Braunkohle für die Grundlaststromerzeugung in Deutschland, auch aufgrund der preiswerten Verfügbarkeit dieses heimischen Energieträgers.

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Kathi Gerstner, Vattenfall Europe AG,
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