Pressemeldungen | 09-09-2011 | 14:00 PM

Vattenfall startet mit der Umbettung des Weißen Schöps

Natürliche Flusslandschaft sichert Wasserhaushalt der Region / Forderungen des Hochwasserschutzes werden erfüllt

Der offizielle Startschuss für die Umbettung des Weißen Schöps in eine dauerhafte Trasse ist heute mit der Übergabe des Planfeststellungsbeschlusses gefallen. Nach knapp vier Jahren Planungsvorlauf haben die ersten Bauarbeiten an einem bereits 1990 errichteten aber funktionslos gebliebenen Teilabschnitt bei Reichwalde begonnen. Bis zum Jahr 2014 werden auf insgesamt 24 Kilometern Länge einzelne Gewässerabschnitte neu hergestellt, naturnah umgebaut oder ertüchtigt. Ehe der Bagger seine Arbeit beginnen konnte, hat der Präsident der Landesdirektion Dresden, Dietrich Gökelmann, im Beisein des Geschäftsführers der Landestalsperrenverwaltung im Freistaat Sachsen, Dr. Hans-Ulrich Sieber, den Planfeststellungsbeschluss feierlich an Vattenfall übergeben.

„Um dem Tagebau Reichwalde und dem naheliegenden Kraftwerk Boxberg einen planmäßigen Betrieb zu sichern, muss der Weiße Schöps noch einmal verlegt werden. Diesmal jedoch nach anderen Kriterien und Maßstäben. Unser Ziel ist, eine natürliche Flusslandschaft zu schaffen, die Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten bietet und in der die Natur fortan Regie führt. Dabei will ich betonen, dass die neue Trasse so projektiert ist, dass für alle Siedlungsräume an der Neubaustrecke über die behördlichen Forderungen des Hochwasserschutzes hinaus, Sicherheit gewährleistet werden kann“, sagte Hubertus Altmann, Kraftwerksvorstand der Braunkohlensparte bei Vattenfall.

Das Umbauvorhaben gliedert sich in mehrere Projektabschnitte. Zwischen Hammerstadt und Altliebel wird auf einer Länge von 5 Kilometern ein neues Flussbett für den Weißen Schöps entstehen. Der rund 2,5 Kilometer lange Altlauf des Weißen Schöps zwischen Werda und Hammerstadt sowie ein ebenso langer, bereits Ende der 1980er Jahre kanalisierter Neubaubereich des Gewässers östlich von Reichwalde werden im Sinne einer naturnahen Flussbettgestaltung verändert und renaturiert. Ein 3 Kilometer langer Flussabschnitt des Schwarzen Schöps zwischen Reichwalde und Kringelsdorf soll gleichfalls naturnah umgestaltet werden. Neben einer naturnahen Flussverlegung werden auch Belange des Hochwasserschutzes mit beachtet. Eine 72 Hektar große, natürlich vorhandene Geländesenke bei Neuliebel kann mit einem Fassungsvermögen von zwei Millionen Kubikmetern wesentlich dazu beitragen, Hochwasserspitzen zu entschärfen.

„Natur und Mensch brauchen Raum sich zu entfalten. Dabei müssen diese Räume nicht streng voneinander getrennt sein, sondern können sich im Idealfall geschickt an den Interessen beider ausrichten. Ich hoffe sehr, dass dieses Projekt einen Beweis dafür erbringt. Die Voraussetzungen sind geschaffen. Ich bedanke mich bei den vielen Projektpartnern, die an der Planung und Genehmigung für dieses anspruchsvolle Vorhaben beteiligt waren“, so Altmann.

Seit Dezember 2010 wurde die neue Trasse in der Landschaft bereits sichtbar. Rodungsarbeiten, archäologische Grabungen und Munitionsbergung gingen dem jetzigen Baustart voraus. Im Juli wurde die zentrale Baustelleneinrichtung für das gesamte Projekt in Rietschen bezogen. Bis zum Jahr 2015 sollen die Bauarbeiten zur Verlegung des Weißen Schöps in sein endgültiges Flussbett abgeschlossen sein. 2014 soll der neue Schöps geflutet werden. Ab 2015 kann dann der Tagebau Reichwalde vom Südfeld in sein Nordfeld einschwenken. Zwischen Rietschen und Reichwalde entsteht damit eine Flusslandschaft, die neben der Sicherung des Wasserhaushaltes auch das Naturgefüge aufwertet.

In enger Abstimmung mit der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen als dem Projektsteuerer und der Landesdirektion Dresden als der Verfahrensführenden Behörde, hat Vattenfall diese Maßnahme, die zu den größten wasserwirtschaftlichen Baumaßnahmen im Freistaat Sachsen gehören wird, geplant.

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