Vom Tagebau zum Cottbuser Ostsee

Vor den Toren der Stadt Cottbus soll in den nächsten zehn Jahren aus dem Tagebau Cottbus-Nord der größte künstliche See Deutschlands entstehen – der Cottbuser Ostsee.

 

Der Film zeigt, wie binnen der nächsten 10 Jahre vor den Toren der Stadt Cottbus (100 Kilometer südöstlich von Berlin) das größte künstlich angelegt Gewässer Deutschlands entsteht – der Cottbuser Ostsee. Das Seebecken bildet der ehemalige Braunkohletagebau Cottbus-Nord, einen Großteil des Wassers liefert die Spree.

Vom Tagebau Cottbus-Nord zum Cottbuser Ostsee


Im Dezember 2015 endete nach mehr als 30 Jahren die Braunkohlengewinnung im Tagebau Cottbus-Nord. Jetzt, wo die genehmigten Vorräte des Abbaufeldes planmäßig erschöpft sind, beginnt im Osten der Lausitz-Metropole Cottbus eine neue Entwicklungsetappe: die Vision des Cottbuser Ostsees wird Wirklichkeit.

Der ehemalige Tagebau gibt dem See sein Becken. Doch bevor es soweit ist, werden der Seeboden und die Uferböschungen vorbereitet und gesichert. Ein Flutungsbauwerk muss errichtet und die Anbindung des Sees an den Wasserhaushalt der Umgebung vorbereitet werden.

Zukünftige Ostsee-Insel

Erst dann kann das Wasser die Regie übernehmen und der Cottbuser Ostsee mit 19 Quadratkilometern Wasserfläche zum größten See Brandenburgs und zum größten Bergbaufolgesee Deutschlands avancieren.

Seen sind die natürlichen Nachfolger der Lausitzer Tagebaue. Bei der Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft wird nichts dem Zufall überlassen. Alles wird detailliert geplant, von Behörden geprüft und genehmigt.

Die Flutung mit Spreewasser


Sobald der Seeboden und die Uferböschungen hergestellt sind und das Flutungsbauwerk steht, kann mit der Flutung begonnen werden. Voraussichtlich Ende 2018 wird es soweit sein. Die Flutung wird dann etwa fünf bis sechs Jahre dauern. Hierbei spielt die Spree, die sich von ihrem Quellgebiet bei Bautzen durch die Lausitz und weiter Richtung Berlin schlängelt, eine entscheidende Rolle. Sie wird etwa 80 Prozent des Wassers beisteuern, das aus dem Hammergraben abgeleitet wird und durch ein unterirdisch verlegtes Rohr zum Seebecken strömt.

Wasser wird der Spree allerdings nur entnommen, wenn dort ausreichend fließt. Das ist insbesondere in den Wintermonaten der Fall oder wenn ein sommerliches Hochwasser auftritt. So nimmt die Ökologie der Spree keinen Schaden. Auch die Interessen vorrangiger Wassernutzer werden berücksichtigt.

Der Cottbuser Ostsee soll etwa 126 Millionen Kubikmeter Wasser fassen. Zur Flutung werden aber rund 280 Millionen Kubikmeter eingeplant, da ein Teil in der trockenen Tagebaukippe und den Böschungsbereichen versickert.

Das Spreewasser füllt den See deutlich schneller als das wieder ansteigende Grundwasser und hat aufgrund des neutralen pH-Wertes einen positiven Einfluss auf die Wasserqualität des Cottbuser Ostsees.

Das Flutungsbauwerk

Chance für Mensch und Natur


Der Cottbuser Ostsee bietet der Region viele Chancen, besonders für die Naherholung und den Tourismus. Schwerpunkte der touristischen Nutzung sollen die südwestlichen bis nördlichen Uferzonen sein.

Hier können die Nachbargemeinden Badestrände anlegen oder den See mit Häfen und weiteren Freizeitangeboten erschließen. Auch für die Fischerei soll er genutzt werden.

Der Naturschutz kommt ebenfalls nicht zu kurz: Die reich strukturierten Inseln und Flachwasserbereiche am Ostufer bieten reichlich Potenzial für die Entwicklung naturschutzrelevanter Flächen. Hier können sich Flora und Fauna ohne große Eingriffe des Menschen entwickeln.

Vorbereitung des Seebeckens

 
Im Süden, Westen und Norden werden die Uferböschungen vor der Flutung so weit abgeflacht, dass die Wasserbewegung des Sees später kein Erdreich abtragen kann.

Den Großteil des Seebodens bildet die sogenannte Innenkippe des Tagebaus. Hier hat die Förderbrü­cke die Braunkohle freigelegt und das Erdreich im bereits ausgekohlten Tagebaubereich wieder verkippt. Die Innenkippe wird soweit abgetragen, dass sie später auch bei Niedrigwasser mindestens zwei Meter Wasserüberdeckung aufweist.

Rüttler verdichten Ostufer

 
Am Ostufer grenzt der See an die Rekultivierungsflächen des Tagebaus, die nach der Kohlegewinnung überwiegend aufgeforstet wurden. Um diesen Uferbereich, der somit aus geschüttetem Boden besteht, zusätzlich zu stabilisieren, kommt die Rütteldruckverdichtung zum Einsatz. 

Blick auf das künftige Ostufer

Dabei werden vibrierende Lanzen 30 bis 50 Meter tief in den Boden getrieben. Sie lösen dort feine Schwingungen aus und verdichten so den aufgelockerten Kippensand.

Parallel wird neues Erdreich aufgefüllt, so dass sich eine feste Bodenstruktur bildet. Durch die Aneinanderreihung solcher "Rüttelsäulen" entsteht ein unterirdischer Damm, auch "versteckter Damm" genannt. Er sichert das Erdreich in den Uferbereichen.

 

 


Weitere Informationen

 

Vom Tagebau zum Ostsee


Hier gibt es PDFs zum Download zu den folgenden Themen:

Erlebnis Bergbaufolgelandschaft (PDF)

Mining & Generation Hinterfragt (PDF)

 

Blog-News

Das Planfeststellungsverfahren für Cottbuser Ostsee läuft. Erfahren Sie mehr darüber in unserem Blog.

Ein neuer See entsteht

 

Tagebau Cottbus-Nord wird zur Ostsee-Baustelle

Etwas wie geplant zum Ziel zu bringen, ist eine große Herausforderung. Es dann auch zu schaffen, ist ein Erfolg. Mit jeder abgeschlossenen Etappe lassen wir etwas hinter uns – und beginnen etwas Neues.

Zum Blogartikel

 

2 Milliarden Vollbäder für den Cottbuser Ostsee

Der Cottbuser Ostsee ist ein Projekt der Superlative – mit rund 19 Quadratkilometern Fläche Größter im Bundesland Brandenburg und bis auf Weiteres auch größter künstlich angelegter Deutschlands.

Zum Blogartikel