Stellungnahme zum von der Bürgerinitiative beauftragten Gutachten (Januar 2019)

Das durch die BI beauftrage Gutachten bzgl. der Analyse der Firma IFO Institut für Oberflächentechnik GmbH enthält keine neuen Erkenntnisse. Das durch die BI beauftragte Gutachten zeigt nichts, was nicht bereits bekannt war und unsererseits veröffentlich wurde.

Im Einzelnen lässt sich Folgendes feststellen:

  • Es wird in dem Gutachten nicht deutlich, ob und wie sichergestellt wurde, dass die Partikel zweifelsfrei aus dem HKW Wedel emittiert wurden. Es ist ferner nicht ersichtlich, ob und wie sichergestellt wurde, dass die Partikel nicht durch Probenahme, Lagerung und Transport mit anderen Stoffen vermischt und damit die Eigenschaften verändert wurden. Offensichtlich wurden die Proben nicht durch das mit der Analyse beauftragte Institut (IFO) entnommen, wie es für ein unabhängiges Sachverständigengutachten geboten wäre. Hier sind grundsätzliche  Mängel hinsichtlich der Qualität des Gutachtens ersichtlich.
  • Das Gutachten der BI führt aus, dass die Partikel in Verbindung mit Wasser einen niedrigen pH-Wert aufweisen. Bereits das Gutachten von ATC Consult vom 26.02.2018 hat dies gezeigt. Allerdings kann das Gutachten der BI keinerlei Nachweis liefern, dass deshalb eine ätzende Wirkung auf Fahrzeuglacke vorliegt. In der Praxis besitzen eine Vielzahl von Stoffen, selbst in der Lebensmittelindustrie, einen niedrigen pH-Wert, ohne grundsätzlich eine ätzende Wirkung zu haben. Das durch die BI beauftragte Gutachten enthält keinen Nachweis, dass tatsächlich Lackschäden an Fahrzeugen durch Partikel verursacht werden.
  • Die Rauchgasreinigungseinrichtungen des HKW Wedel funktionieren einwandfrei. Dies zeigen die kontinuierlichen Emissionsmessungen. Anderslautende Behauptungen im Gutachten sind somit falsch.

Die bisher seitens Vattenfall beauftragten Untersuchungen und Gutachten gehen weit über die durch die BI beauftragten Untersuchungen hinaus und wurden von anerkannten und zugelassenen Sachverständigen erbracht, deren Beauftragung mit der zuständigen Behörde und z.T. auch mit Vertretern der Bürgerinitiative abgestimmt wurde. Die Ergebnisse beweisen in Summe, dass durch die Partikel:

  • Schadstoffgrenzwerte weder in der Luft noch im Boden überschritten werden (siehe Ergebnisse der Dispositionsmessungen gemäß TA Luft über einen Zeitraum von 12 Monaten)
  • keine Gesundheitsgefährdung vorliegt (siehe hierzu „Zusammenfassende Stellungnahme zur humantoxikologischen Bewertung des Partikelniederschlags aus dem Reingaskanal des Heizkraftwerks Wedel in Schleswig-Holstein“ vom 26.02.2018 von ATC Consult)
  • keine Schäden an Oberflächen verursacht werden (siehe hierzu das Gutachten der TÜV Nord Mobilitäts GmbH und Co KG)


Damit ist auch der Nachweis erbracht, dass die Vorgaben der behördlichen Anordnung vom 16.12.2016 und deren Änderungen vom 15.05.2017 und vom 27.10.2017 erfüllt wurden.