Forschung und Entwicklung

Die Forschung- und Entwicklungsarbeit (FuE) unterstützt Vattenfall bei der Umsetzung seiner Strategie durch die Entwicklung innovativer Lösungen, die uns, unseren Partnern und unseren Kunden dabei helfen, die Umstellung auf eine klimaneutrale, elektrifizierte sowie kosten- und ressourceneffiziente Gesellschaft zu beschleunigen.

 
Mit Forschung und Entwicklung (FuE) möchten wir sowohl auf kurze als auch auf lange Sicht einen Beitrag zur Umsetzung unserer Strategie leisten. In den letzten Jahren hat FuE einen Richtungswechsel vollzogen, von einer traditionellen Ausrichtung der Stromerzeugung hin zu einer stärker am Kunden orientierten FuE, deren Schwerpunkt auf der Digitalisierung, intelligenten Stromnetzen (Smart Grids), E-Mobility und dezentralisierten Lösungen für die Kunden liegt.

Etwa 130 Vollzeitbeschäftigte sind in unserer Organisation derzeit im Bereich FuE tätig, allerdings wird ein Großteil der Entwicklungen auch in den einzelnen Geschäftsbereichen selbst vorangetrieben. Wir konzentrieren uns bei unserer Arbeit darauf herauszufinden, auf welche Weise wir die Technologien und neuen Lösungen zur Umsetzung unserer Strategie und zur Schaffung eines Mehrwerts für unsere Kunden optimal nutzen können. Im Rahmen zahlreicher Projekte haben wir eng mit unseren Partnern aus dem Technologiesektor zusammengearbeitet – mit dem Ziel, gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln.

Unsere übergeordnete Strategie für die kommenden Jahre baut auf vier strategischen Zielsetzungen auf:

  • Eine führende Rolle im Bereich des nachhaltigen Verbrauchs.
  • Eine führende Rolle im Bereich der nachhaltigen Produktion.
  • Eine effiziente Geschäftstätigkeit.
  • Motivierte und engagierte Mitarbeiter.

  

Eine führende Rolle im Bereich des nachhaltigen Verbrauchs

Wasserstoff reduziert Kohlendioxidemissionen in der Stahlindustrie

Mit dem Bergbauunternehmen LKAB und dem Stahlhersteller SSAB haben wir ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen, um die Klimaauswirkungen der schwedischen Stahlindustrie deutlich zu verringern. Die in der Stahlerzeugung von SSAB an den Standorten Luleå und Oxelösund eingesetzten Hochöfen sind die beiden mit Abstand größten CO2-Emittenten in Schweden. Wenn in den Hochöfen das Eisenerz zusammen mit Kohle erhitzt wird, um zu Eisen verarbeitet zu werden, entsteht als Nebenprodukt Kohlendioxidgas. Bei der Erzeugung von Wasserstoff mit kohlendioxidfreiem Strom entstehen jedoch keine direkten Treibhausgasemissionen, sondern ausschließlich Wasserdampf. Die Technologie hat das Potential, die gesamten Treibhausgasemissionen in Schweden um rund 10 Prozent zu verringern. Das Projekt befindet sich derzeit in der Vorstudienphase; danach folgt eine Pilotstudie und ein Demonstrationsprojekt. Das Anfahren der Produktion im industriellen Maßstab wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte des kommenden Jahrzehnts erfolgen.

Elektrofahrzeuge – vereinfachtes Laden

Im Bereich E-Mobility sind unsere Aktivitäten bei FuE darauf ausgerichtet, gute und kostengünstige Möglichkeiten zum Laden von Elektrofahrzeugen zu entwickeln – ganz gleich, ob es sich dabei um einen PKW auf einer Garagenauffahrt, einen Stadtbus oder ein schweres Transportfahrzeug handelt. Mittels induktiven Ladens kann ein geparktes Fahrzeug automatisch geladen werden, ohne dass auch nur ein einziges Kabel verwendet werden muss. Die Technologien zum intelligenten Laden von Fahrzeugen am Wohnort unterbrechen den Ladevorgang, wenn der Strom zum Kochen, Waschen oder Heizen benötigt wird, und schalten den Vorgang erneut automatisch ein, sobald der Energieverbrauch wieder sinkt. Dank diesem Verfahren können unnötige Kosten oder unerwünschte Stromausfälle aufgrund von ausgelösten Sicherungen vermieden werden.

Ein spannendes Projekt, das sich an Firmenkunden richtet, sind elektrifizierte Straßen, auf denen schwere Transportfahrzeuge während der Fahrt geladen werden können. Dies wird derzeit in Rosersberg in Schweden (eRoadArlanda) getestet.

Alle Projekte zielen letztendlich darauf ab, die Einführung von Elektrofahrzeugen zu erleichtern und den Übergang zu einem nachhaltigen, elektrifizierten Verkehrssystem zu beschleunigen.

Eine führende Rolle im Bereich der nachhaltigen Produktion

Schaffung eines Gleichgewichts bei der Stromerzeugung aus Solar- und Windenergie mit Wasserkraft

Die Wasserkraft ist das Fundament des skandinavischen Energiesystems. Sie liefert zuverlässige, billige und erneuerbare Energie für die Verbraucher. Sie ist zudem flexibel, da man mit ihr auch in größerem Umfang die unregelmäßige, wetterabhängige Stromerzeugung, beispielsweise aus Wind- oder Solarenergie, ausgleichen sowie auf die schwankende Nachfrage nach Strom eingehen kann. Das bedeutet, dass die Wasserkraft das Energiesystem durch die Bereitstellung von nachfragebasiertem Strom verbessert und darüber hinaus die Nutzung eines größeren Anteils von Wind- und Solarkraft bei der Stromerzeugung zulässt.

In den vergangenen Jahren haben wir unsere Wasserkraftwerke aufgerüstet und sie flexibler und zukunftsfähiger gemacht, sodass sie noch weitere 40 bis 50 Jahre in der Produktion eingesetzt werden können. Viele unserer Wasserkraftwerke wurden mit der neuesten Technik ausgestattet: sie können jederzeit an- und abgeschaltet sowie unter verschiedenen Lastbedingungen gefahren werden, um optimal auf die nachfragebasierten Energieanforderungen reagieren zu können. Wie alle Formen der Stromerzeugung hat auch die Wasserkraft Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere das aquatische Ökosystem. Um sicherzustellen, dass Umweltschutzmaßnahmen wie Fischtreppen sowohl ihre Wirkung entfalten als auch kapitalwirksam sind, sind wir derzeit mit dem Bau eines einzigartigen Labors befasst, in dem das Zusammenspiel des Ökosystems mit den verschiedenen Maßnahmen studiert werden soll.

Eine effiziente Geschäftstätigkeit

Drohnen für Inspektionen von Turbinenschaufeln

Normalerweise erfolgt eine Sicherheitsinspektion der Turbinenblätter eines Windkraftwerks, indem Kletterer längere Zeit an einem Blatt angehängt arbeiten, manchmal mehrere hundert Meter über dem Boden. Dies ist eine schwierige und riskante Aufgabe, besonders bei Offshore-Windparks, die stark von günstigen Wetterverhältnissen abhängig ist.

Um die Turbinenblätter auf eine sicherere, zuverlässigere und kosteneffiziente Weise zu kontrollieren, testen wir daher den Einsatz von Drohnen. Die Drohnen können nah an die Blätter heranfliegen und liefern detaillierte, hochauflösende Bilder und Videos, die innerhalb weniger Minuten auch den kleinsten Kratzer aufzeigen. Dadurch können wir die Arbeitsstunden, die für die Durchführung einer Inspektion erforderlich sind, deutlich verringern und sowohl die Kosten als auch die Sicherheitsrisiken senken.

 

 


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